Keine Empfehlungen für Krebsdiäten

(kib) Die aktualisierte S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Onkologie“ spricht sich gegen restriktive Diäten bei Krebs aus. Studien zeigen keinen Nutzen. Dafür ein hohes Risiko für Mangelernährung. Das hat negative Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf.

12.03.2026

Eine weibliche Krebsüberlebende isst zu Hause.
© Foto: Drazen /istockphoto.com
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Durch eine Krebserkrankung oder -therapie verlieren viele Menschen Gewicht. Dann ist es besonders wichtig, einer Mangelernährung vorzubeugen. Denn der Ernährungszustand hat einen Einfluss auf den Erkrankungsverlauf und auf die Therapie: „Wird nicht rechtzeitig gegengesteuert, drohen Komplikationen, Therapieversagen und im schlimmsten Fall der Tod durch Mangelernährung“, sagt Professorin Jutta Hübner vom Universitätsklinikum Jena.

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Krebsdiäten und Fasten sind gefährlich

Mit elf Empfehlungen ordnet die Leitlinie besondere Ernährungsformen kritisch ein. Wie es in der Mitteilung der Deutschen Krebsgesellschaft heißt, fehlt für die vegetarische oder vegane Ernährung noch die Evidenz, um eine Empfehlung dafür oder dagegen auszusprechen. Für onkologische Patientinnen und Patienten sei es daher erforderlich, eine solche Ernährung sorgfältig zu planen und eine Mangelernährung unter allen Umständen zu vermeiden.

Von strikten Diätenvorschriften wie sie beim Fasten, bei ketogenen Diäten oder Diäten nach Budwig und Breuß vorgegeben werden, rät die Leitlinie ab. Sie schränken die Ernährung ein und bergen damit das Risiko von Mangelernährung und Gewichtsverlust. Bisher gebe es keine Belege dafür, dass eine solche Ernährungsform einen positiven Nutzen für Krebspatientinnen und -patienten habe.

Ernährungstherapie bei operativer Tumortherapie

Die aktualisierte Leitlinie enthält ein neues Kapitel zur Ernährung bei operativer Tumortherapie. Hier gibt es zwölf Empfehlungen. Diese sehen unter anderem vor, dass der Ernährungsstatus vor und nach größeren onkochirurgischen Eingriffen mehrfach erhoben wird.

Patientinnen und Patienten, die voraussichtlich über mehrere Tage nach der Operation keine feste Nahrung zu sich nehmen können, sollen umgehend künstlich ernährt werden. Für die präoperative Phase empfiehlt die Leitlinie unter anderem, dass Erkrankte mit hohem Risiko – etwa bei starkem Gewichtsverlust innerhalb kurzer Zeit – zunächst eine Ernährungstherapie erhalten sollten, auch wenn sich dadurch der Operationstermin verschiebt.

Quelle: Deutsche Krebsgesellschaft e. V.

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