Klimawandel und Gesundheit: Wie die Erderwärmung Europa belastet

Mit der Erderwärmung leidet die Gesundheit der Menschen in Europa zunehmend. Dabei sind mehr Hitzetote nur eine Folge, wie der aktuelle Lancet Countdown Europe Report 2026 zeigt. Neben extremen Temperaturen belasten frühere Pollenflüge und ein höheres Risiko für tropische Infektionskrankheiten wie Dengue-Fieber die Bevölkerung.

von Kirsten Bechtold
30.04.2026

Senior mit Glas Wasser in der Hand sitzt auf dem Sofa vor einem Ventilator und tupft sich mit einem Tuch die Stirn,
© Foto: Renata Hamuda / stock.adobe.com
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Deutlicher Anstieg hitzebedingter Todesfälle

Wie es in dem im Fachmagazin The Lancet veröffentlichten Bericht heißt, ist die Zahl hitzebedingter Todesfälle im Zeitraum von 2015 bis 2024 gegenüber den Jahren 1991 bis 2000 in fast allen untersuchten Regionen gestiegen (99,6 %).

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Der jährliche Gesamtanstieg lag im Schnitt bei 52 Todesfällen pro einer Million Einwohner. Besonders stark betroffen sind laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) Teile Südeuropas: In Regionen Spaniens, in Italien, Griechenland und Bulgarien verzeichneten die Forschenden teilweise bis zu 120 zusätzliche Hitzetote pro einer Million Einwohner.

Parallel dazu nehmen Wetterextreme zu: Die Zahl der Tage, an denen vor extremer Hitze gewarnt werden musste, stieg im europäischen Durchschnitt zwischen 2015 und 2024 um 318 Prozent (verglichen mit 1991 – 2000). Am stärksten fiel dieser Anstieg mit 450 Prozent in Westeuropa aus.

Klimawandel verlängert die Saison für Pollenallergiker

Neben der Hitze identifizierten die Studienautorinnen und -autoren weitere gesundheitliche Folgen der Erderwärmung. So zeigte der Vergleich der genannten Zeitabschnitte, dass alle allergenen Baumarten heute ein bis zwei Wochen früher in die Saison starten. Für Allergikerinnen und Allergiker bedeutet das eine längere und frühere Leidenszeit durch allergische Rhinitis (Heuschnupfen).

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Steigendes Risiko für tropische Infektionskrankheiten

Zudem steige das Risiko für tropische Infektionskrankheiten, heißt es in dem Bericht. Durch die wärmeren Temperaturen finden tropische Stechmücken in Europa zunehmend ideale Überlebensbedingungen und verbreiten entsprechende Erreger.

So erhöhte sich das jährliche Übertragungsrisiko für das Dengue-Virus in Europa im Zeitraum 2015 bis 2024 gegenüber 1980 bis 2010 um 297 Prozent. Auch die Überträger von Malaria, West-Nil-Fieber und weiteren Krankheiten profitieren zunehmend von den veränderten klimatischen Bedingungen und breiten sich weiter aus.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite lancetcountdown.org/europe.

Quelle: dpa

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