Kontaktlinsen: Infektionsrisiko beim Schwimmen
- Wasser und Sand am Strand erhöhen das Risiko für Hornhautverletzungen und Infektionen bei Kontaktlinsenträgern.
- Ubiquitär im Wasser vorkommende Akanthamöben können schwerste infektiöse Keratitiden auslösen.
- Zur sicheren Hygiene dürfen Linsen und Behälter niemals mit Leitungswasser, sondern nur mit speziellen Pflegemitteln gereinigt werden.
Wer am Strand schon einmal ein Sandkorn ins Auge bekommen hat, kennt die schmerzhaften Folgen. Diese mechanische Irritation kann die Hornhaut schädigen – spätestens dann, wenn instinktiv das Auge gerieben wird.
Eine vorgeschädigte Hornhaut dient als ideale Eintrittspforte für gefährliche Keime. Prof. Dr. Gerd Geerling von der Universitäts-Augenklinik Düsseldorf warnt: Kontaktlinsen sind ein erheblicher Risikofaktor für infektiöse Keratitiden (Hornhautentzündungen), da insbesondere im Wasser zahlreiche Erreger lauern.
Besonders gefürchtet sind Akanthamöben. Diese kommen – ebenso wie Pilze – ubiquitär in natürlichen Gewässern vor und können schwerste Augeninfektionen verursachen.
Da Akanthamöben selbst im heimischen Leitungswasser zu finden sind, rät der Experte, Kontaktlinsen sogar vor dem Duschen herauszunehmen.
Für die Beratung in der Apotheke gilt der Hinweis: Weder die Kontaktlinsen selbst noch die Aufbewahrungsbehälter sollten mit Leitungswasser abgespült werden. Stattdessen müssen Anwendende für die Reinigung und Desinfektion stets auf dafür vorgesehene, sterile Kontaktlinsenpflegemittel zurückgreifen.
Quelle: Ärzte Zeitung