Kurzvideos belasten Aufmerksamkeit und Psyche
- Tägliches, unstrukturiertes Scrollen von über vier Stunden mindert Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis.
- Dieser exzessive Kurzvideo-Konsum begünstigt psychische Belastungen wie Stress, Angst und Depressionen.
- Feste digitale Routinen und eine gezielte Medienkompetenz federn diese negativen Effekte wirksam ab.
Ziel der Studie war es, herauszufinden, welche Auswirkungen das endlose Wischen durch algorithmisch personalisierte Inhalte auf Jugendliche hat. Die Forschenden unterschieden dabei klar in der Art des Konsums: Als „intensive Nutzung“ definierten sie eine tägliche Nutzungsdauer von vier oder mehr Stunden.
Entscheidend ist zudem der Begriff der „unstrukturierten Nutzung“, der sich auf das ziellose Scrollen von Kurzvideos ohne feste Routine bezieht. Davon abzugrenzen ist die strukturierte Nutzung, etwa gezielt während des Pendelns oder als gemeinsame Aktivität im sozialen Umfeld.
Unstrukturiert und damit problematisch wird die Nutzung vor allem dann, wenn sie spontan erfolgt und wichtige Lernphasen oder Schlafenszeiten nach hinten verschiebt.
Auswirkungen auf Psyche und Gedächtnis
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fanden heraus, dass durch diese intensive und unstrukturierte Nutzung sowohl Unaufmerksamkeit als auch Impulsivität in einem leichten bis moderaten Rahmen zunahmen.
Außerdem konnte die Studie statistische Zusammenhänge mit einer geringeren Arbeitsgedächtniskapazität und einer eingeschränkten Selbstregulation belegen. Ebenso traten höhere Werte für mentale Belastungen wie Angst, Depression und Stress auf.
Medienkompetenz als Schutzschild
Neben Risiken identifiziert die Arbeit auch mögliche Schutzmechanismen. Ein unterstützendes soziales Umfeld, klare digitale Routinen sowie eine ausgeprägte Medienkompetenz können maßgeblich helfen, die negativen Effekte des Endlos-Scrollens zu reduzieren.
„Besonders wichtig ist es, junge Menschen nicht allein zu lassen, sondern sie zu befähigen, bewusst mit digitalen Angeboten umzugehen“, erklären die Forschenden abschließend.
Quelle: Universität Bayreuth