KV Hessen fragt: „Wer braucht noch Apotheken?“

Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KV Hessen) hat sich mit einem radikalen Vorschlag in die Diskussionen rund um die Neuordnung der Gesundheitsversorgung in Deutschland eingeschaltet: Öffentliche Apotheken abschaffen und Medikamente über Drogerien und den Onlineversandhandel abgeben.

von Christoph Niekamp
10.06.2026

Arzt mit Stethoskop tippt mit dem Zeigefinger an die Stirn
© Foto: kues1 / stock.adobe.com
Anzeige

In einer Pressemitteilung am Dienstag, 9. Juni, schreibt die KV Hessen: „Und anstatt Apotheken zu Arztpraxen light zu machen, wie es der Interessenvertretung der Apotheker (Abda) und der Politik vorschwebt, sollten wir uns fragen, warum wir so viel Geld dafür ausgeben, dass in pharmazeutischen Verkaufsstellen (= Apotheken) 95 Prozent Fertigarzneimittel abgegeben werden.

Aktueller Podcast

Dispensierrecht für Ärztinnen und Ärzte

Nach Ansicht der Ärzteorganisation finanzierten sich Apotheken größtenteils durch den Verkauf von Kosmetika und Gummibärchen. Hier sieht die KV Hessen ein Milliardensparpotenzial und schlägt vor, in Drogeriemärkten Abgabestellen für Medikamente einzurichten. Die Schulung des Personals könnte die KV übernehmen. Zusätzlich sollten Ärztinnen und Ärzte Medikamente abgeben dürfen. 

„Für die Versorgung der restlichen Bevölkerung sollte pro 250.000 Einwohner eine Regionalapotheke mit einem 24/7-Fahrdienst ausreichen, die man idealerweise in der Nähe eine zukünftigen Integrierten Notfallzentrums (INZ) einrichten könnte“, schreibt die KV Hessen weiter.

Quelle: KV Hessen

Kommentar schreiben

Die Meinung und Diskussion unserer Nutzer ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie im Sinne einer angenehmen Kommunikation auf unsere Netiquette. Vielen Dank!

Pflichtfeld *