Marker für Demenzrisiko
Frauen haben ein höheres Risiko, an Morbus Alzheimer zu erkranken. Eine gängige Erklärung dafür ist, dass sie durchschnittlich älter werden als Männer. Ob das jedoch als Begründung ausreicht, ist fraglich. Und so haben Forschende an der University of Calgary in Kanada eine Querschnittsstudie gestartet.
Querschnittsstudie mit Daten aus Selbstauskünften
Einbezogen wurden die Daten von 895 Frauen im mittleren Alter von 64 Jahren (Spanne: 41 – 88 J.). Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten, welche Assoziationen zwischen Symptomen im Zusammenhang mit dem Eintritt der Menopause und Änderungen der Kognition und des Verhaltens bestehen.
Dazu bestimmten sie die Symptomenlast, gemessen an Selbstauskünften zu elf Charakteristika: Unregelmäßigkeit der Periode, Hitzewallungen, Frösteln, vaginale Trockenheit, Gewichtszunahme, verlangsamter Stoffwechsel, Nachtschweiß, Schlafprobleme, Stimmungsschwankungen, Unaufmerksamkeit/Vergesslichkeit und sonstige Störungen.
Diese setzten die Forschenden zum einen ins Verhältnis zu Ergebnissen kognitiver Tests, in denen zum Beispiel Gedächtnis, sprachliche Fähigkeiten, räumlich-visuelle Orientierung und exekutive Funktionen eine Rolle spielten.
Zum anderen wurde auch nach Einschränkungen im Verhalten gesucht. Hierbei standen Faktoren im Fokus, die auf zugrunde liegende neurodegenerative Veränderungen beziehungsweise beginnende Demenz deuten können: Veränderungen des Affekts wie Depression und Angststörung ohne sonstige psychiatrische Grundlage, gestörte Impulskontrolle oder Psychosen.
Wie sich zeigte, war eine höhere Symptombelastung rund um die Menopause mit verschlechterter kognitiver Funktion und zunehmenden Verhaltenseinschränkungen verknüpft.
Einfluss der Hormonersatztherapie
166 Frauen wurden mit Hormonen therapiert. Ein Einfluss auf die Resultate der kognitiven Tests ließ sich nicht feststellen. Die auf die Verhaltensänderungen bezogenen Scores fielen jedoch signifikant niedriger aus.
Aus Sicht der Forschenden legen die Ergebnisse nahe, dass auf Basis der Stärke von Wechseljahressymptomen womöglich die Anfälligkeit für Demenz prognostiziert werden kann. Ob es aber tatsächlich einen ursächlichen Zusammenhang gibt, kann anhand des Studiendesigns nicht beurteilt werden. Weitere Studien, mit denen Ursache-Wirkungs-Beziehungen ermittelt werden können, sind notwendig.
Quelle: Ärzte Zeitung