Matcha und Krebstherapie: Passt das?

(kib) Ob heiß oder als Iced Matcha Latte: Der aus Pulver gemahlene grüne Tee ist nach wie vor beliebt und soll wegen der enthaltenen Polyphenole gut für die Gesundheit sein. Gilt das auch für Krebspatientinnen und -patienten oder sollten sie wegen möglicher Wechselwirkungen besser auf das Getränk verzichten?

08.04.2026

Barista fertigt einen Matcha latte an.
© Foto: Phatcharin / stock.adobe.com, generiert mit KI
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  • Matcha ist zu Pulver gemahlener grüner Tee und enthält das Antioxidans Epigallocatechingallat.
  • Möglich ist, dass Epigallocatechingallat die Wirkung einer Chemo- oder Strahlentherapie beeinflussen kann.
  • Es gibt Hinweise aus der Grundlagenforschung auf Wechselwirkungen mit verschiedenen Arzneimitteln.
  • Bei laufender Krebstherapie sollten Patientinnen und Patienten sich mit ihrem Behandlungsteam abstimmen und hochdosierte Grüntee‑Extrakte meiden.

Grundsätzlich deuten Studien aus der Grundlagenforschung darauf hin, dass grüner Tee (und damit auch Matcha) potenziell mit verschiedenen Arzneimitteln interagieren kann, fasst krebsinformationsdienst.med den aktuellen Wissensstand zusammen. Die klinische Relevanz dieser Beobachtungen beim Menschen ist bislang aber noch nicht abschließend geklärt.

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Welche Wechselwirkungen werden diskutiert?

Wie bei Blattgrüntee wird bei Matcha das Polyphenol Epigallocatechingallat (EGCG) für die gesundheitsfördernde Wirkung verantwortlich gemacht. Es wirkt antioxidativ und verhindert die Bildung von freien Radikalen, die im Körper Schäden und Zelltod verursachen können.

Der Inhaltsstoff ist es aber auch, der möglicherweise für Wechselwirkungen sorgt. So ist es beispielsweise möglich, dass EGCG die Aktivität von Leberenzymen wie CYP3A4 beeinflusst, die für den Abbau vieler Medikamente wichtig sind. Da EGCG ein starkes Antioxidans ist, wird zudem diskutiert, ob es die Wirkung von Chemo- oder Strahlentherapien abschwächen kann.

Für einzelne Medikamente gibt es konkrete Hinweise: So kann EGCG die Wirksamkeit des Proteasom‑Inhibitors Bortezomib aufheben. Auch für Wechselwirkungen mit 5‑Fluorouracil, Sunitinib und Palbociclib gibt es Hinweise für Wechselwirkungen.

Praktische Empfehlung

Bei üblichen, moderaten Mengen Matcha sind Wechselwirkungen allerdings nach aktueller Einschätzung eher unwahrscheinlich. Bei laufender Krebstherapie sollten Patientinnen und Patienten mit ihrer Behandlungsteam sprechen. Vorsichtshalber empfiehlt sich ein zeitlicher Abstand zwischen Matcha‑Konsum und Medikamenteneinnahme.

Achtung bei Grüntee‑Extrakten: Konzentrierte Extrakte als Nahrungsergänzungsmittel können Leberschäden und andere Nebenwirkungen verursachen. Sie sind kein Ersatz für normalen Grüntee. Die Europäische Union hat den EGCG‑Gehalt für solche Extrakte rechtlich begrenzt (max. 800 mg pro Tag).

Quelle: krebsinformationsdienst.med, Verbraucherzentrale

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