Mediterrane Kost schützt vor Netzhauterkrankungen
Eine ausgewogene, mediterrane Kost kann das Fortschreiten häufiger altersassoziierter Augenerkrankungen wie der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD), des Grünen Stars und der diabetischen Retinopathie verlangsamen.
Diese Aussage lässt laut Professor Robert Patrick Finger, Direktor der Augenklinik am Universitätsklinikum Mannheim, die derzeitige Studienlage zu.
Zu einer solchen Ernährungsform gehören unter anderem reichlich grünes Blattgemüse, Obst, Fisch, Olivenöl und Nüsse – in Kombination mit einer insgesamt kalorienbewussten Lebensweise.
Mediterrane Kost bremst AMD
Die AMD ist eine der häufigsten Ursachen für Erblindung im Alter. Hier konnte wissenschaftlich belegt werden, dass Ernährung ein beeinflussbarer Risikofaktor ist.
„Patientinnen und Patienten, die sich mediterran ernähren, haben ein geringeres Risiko, an AMD zu erkranken oder von einer frühen Form in ein Spätstadium überzugehen“, berichtet Finger.
Zusätzlich belegt die große Age-Related Eye Disease Study AREDS, dass einzelne Nährstoffe wie Lutein, Zeaxanthin, Zink und Omega-3-Fettsäuren das Fortschreiten der AMD in bestimmten Fällen bremsen können.
„Solche Präparate sind aber kein Ersatz für eine gesunde Ernährung, sondern allenfalls eine sinnvolle Ergänzung für Patientinnen und Patienten im mittleren Stadium der Erkrankung“, so der Mediziner in einer Pressemitteilung.
Verzicht auf Alkohol und Fertigprodukte schützt vor Glaukom
Der Grüne Star (Glaukom) ist die zweithäufigste Erblindungsursache in Deutschland. Die Senkung des Augeninnendrucks ist der erste therapeutische Ansatz. Doch auch hier scheint Ernährung eine unterstützende Rolle zu spielen, berichtete der Experte.
„Besonders grünblättriges Gemüse, Omega-3-Fettsäuren, generell eine mediterrane Ernährungsweise sowie der Verzicht auf Alkohol und hochverarbeitete Lebensmittel scheinen das Erkrankungsrisiko zu verringern und das Voranschreiten zu verzögern.“
Interessant sei zudem, dass bestimmte Vitamine und Spurenelemente – etwa Vitamin A oder Vitamin B3 – vorbeugend wirken könnten. „Hierzu laufen derzeit klinische Studien“, erklärt Finger.
Je früher, desto besser
Die Ernährungsumstellung gehört schon seit längerem zur Basistherapie bei Diabetes mellitus. Mit Blick auf die diabetische Retinopathie zeigen neuere Studien nun, dass eine mediterrane Kost mit viel Obst, Gemüse und Fisch sowie eine geringere Kalorienaufnahme tatsächlich das Entstehen und Fortschreiten der Netzhauterkrankung verlangsamen kann, so der Augenarzt.
Besonders entscheidend sei dabei eine frühzeitige Ernährungsumstellung. „Wer von Anfang an konsequent auf eine gesunde Ernährung achtet, tut seiner Netzhaut den größten Gefallen“, erläuterte Finger.
Quelle: Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft