Medizin-Nobelpreis für Immunforschende
Das teilte das Karolinska-Institut in Stockholm mit. Der Preis ist mit elf Millionen schwedischen Kronen (rund eine Million Euro) dotiert und wird traditionsgemäß am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel, übergeben.
Ausgezeichnet werden die Forschenden für Entdeckungen zur sogenannten peripheren Immuntoleranz. Sie verhindert, dass das Immunsystem eigene Körperzellen angreift und sich Autoimmunerkrankungen oder Allergien entwickeln. Helfen könnten die Erkenntnisse künftig bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen, Krebstherapien und in der Transplantationsmedizin.
Regulatorische T-Zellen steuern das Immunsystem
Shimon Sakaguchi hatte Mitte der 1990er Jahre entscheidende Grundlagen geschaffen: Er identifizierte eine bislang unbekannte Gruppe von Immunzellen, die regulatorischen T-Zellen, die die Reaktion des Immunsystems mitsteuern. Dank dieser Zellen bleibt das Immunsystem im Gleichgewicht.
Einige Jahre später entdeckten Mary Brunkow und Fred Ramsdell, dass eine bestimmte Mutation des Gens Foxp3 Mäuse anfällig für Autoimmunerkrankungen macht. Sakaguchi zeigte kurz danach, dass dieses Gen für die regulatorischen T-Zellen essenziell ist. Nützliche Bakterien im Darm würden ohne die Zellen nicht toleriert, ein heranwachsendes Kind im Mutterleib abgestoßen. Bei Fehlfunktionen des Systems drohen Krankheiten wie Multiple Sklerose oder Rheuma.
Wissen rund ums Immunsystem
Das Immunsystem schützt vor dem Angriff von Bakterien, Viren sowie anderen fremden Stoffen und Keimen. Es besteht aus einem unspezifischen, angeborenen Teil und einem spezifischen, der im Laufe des Lebens erworben wird. Ohne Immunsystem ist menschliches Leben nicht möglich.
Quelle: dpa