Nachgemessen: Wie viel Cannabinoide gehen in Hanftee über?

(kib) Ein Forscherteam des Bundesinstituts für Risikobewertung hat anhand von 23 Hanftee-Sorten ermittelt, wie viel Cannabinoide in den Tee-Aufguss übergehen.

18.08.2023

ältere Frau mit Teetasse in der Hand
© Foto: photocrew / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)
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Die Blätter und Blüten der Hanfpflanze sowie deren Erzeugnisse fallen zurzeit noch unter das Betäubungsmittelgesetz und sind somit in Deutschland als Lebensmittel nicht verkehrsfähig. Dennoch können Hanftees im Internet bestellt werden. Diese nahmen die Experten des Bundesinstituts für Risikobewertung unter die Lupe. Der Fokus der gesundheitlichen Bewertung lag dabei auf dem Cannabinoid Δ 9-Tetrahydrocannabinol (Δ9-THC), welches für die berauschende (psychoaktive) Wirkung des Hanfs sorgt.

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Weniger Δ9-THC als angenommen

Bisher gingen Experten aufgrund fehlender Daten von einem 100-prozentigen Übergang von Δ 9-THC aus dem Hanftee in den Tee-Aufguss aus. Die aktuellen Ergebnisse der Untersuchung zeigen jedoch, dass durchschnittlich nur 0,5 Prozent des Δ 9-THC in den Tee-Aufguss übertreten.

Um durch den Hanfteekonsum die akute Referenzdosis (ARfD) von Δ 9-THC (1 µg Δ 9-THC/kg KG) für eine 60 Kilogramm schwere Person zu überschreiten, müssten auf der Basis dieser Ergebnisse durchschnittlich 14 Liter Hanftee pro Tag getrunken werden, heißt es in einer Mitteilung. Allerdings: Bei dem Hanftee mit dem höchsten Δ 9-THC Gehalt wären dafür bereits 0,9 Liter ausreichend.

Die ARfD gibt die geschätzte maximale Menge eines Stoffes an, die im Verlauf eines Tages ohne erkennbares Gesundheitsrisiko mit der Nahrung aufgenommen werden kann. 

Quelle: BfR

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