Nierensteine: Risiko steigt bei großer Hitze

Hitzewellen in Deutschland bergen ein unterschätztes Risiko: Nierensteine. Wer bei hohen Temperaturen zu wenig trinkt, fördert die Bildung von Kristallen im Harn. Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie rät deshalb zu täglich 2,5 Litern Flüssigkeit. Lesen Sie, wie Sie Nierensteinen vorbeugen und welche Symptome Sie kennen sollten.

von Kirsten Bechtold
10.06.2026

Seniorin sitzt auf einer Bank und trinkt aus einer Wasserflasche.
© Foto: MiguelAngel / stock.adobe.com
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Erhöhte Temperaturen im Sommer sind aus Sicht von Experten ein oft unterschätzter Risikofaktor für Nierensteine. „Wer viel schwitzt und zu wenig trinkt, produziert weniger Urin. Dadurch konzentrieren sich steinbildende Substanzen im Harn und Kristalle können entstehen und wachsen“, erklärt Sylvia Stracke. Die Professorin leitet den Bereich Nephrologie und Hypertensiologie an der Universitätsmedizin Greifswald und ist Pressesprecherin der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie.

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Nierensteinen vorbeugen: 2,5 Liter täglich

Die wichtigste Maßnahme, um Nierensteinen effektiv vorzubeugen, ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Besonders in der warmen Jahreszeit empfehlen Fachärztinnen und Fachärzte täglich etwa 2,5 Liter über Getränke und Nahrung aufzunehmen – an extremen Hitzetagen sogar mehr.

Reichliches Trinken verdünnt den Urin und senkt so die Konzentration von Stoffen wie Calcium, Oxalat oder Harnsäure, aus denen die meisten Harnsteine bestehen. Ideal sind ungesüßter Tee, Mineralwasser mit niedrigem Calciumgehalt oder stark verdünnte Saftschorlen.

Ursachen: Was begünstigt Nierensteine?

Neben einem Flüssigkeitsmangel spielen bei den Ursachen für Nierensteine weitere Faktoren eine wichtige Rolle. Dazu zählen laut Stracke:

  • Übergewicht und Bewegungsmangel
  • unausgewogene Ernährung (z. B. viel Salz und viel tierisches Eiweiß)
  • Stoffwechselerkrankungen (z. B. Metabolisches Syndrom oder Fettleber)
  • familiäre Veranlagung
  • Alter (Senioren und Kinder haben häufig ein verringertes Durstempfinden)
Hitzeaktionstag

Hitze ist das größte klimawandelbedingte Gesundheitsrisiko in Deutschland. Rund um den Hitzeaktionstag am 11. Juni 2026 engagieren sich zahlreiche Organisationen, Kommunen und Einzelpersonen mit vielfältigen Aktionen, um auf die zunehmenden Gesundheitsrisiken durch extreme Hitze aufmerksam zu machen.

Auch unsere Ernährungsgewohnheiten können das Steinrisiko maßgeblich beeinflussen: Zu viel Oxalat (enthalten in Mangold, Rhabarber, Spinat), Calcium (Achtung! Nahrungsergänzungsmittel), Kochsalz sowie hohe Dosen der Vitamine C und D können die Steinbildung fördern. Mineralstoffe wie Citrat, Magnesium und Kalium wirken hingegen eher schützend.

Vorsicht gilt zudem bei bestimmten Medikamenten: „Auch manche Diuretika erhöhen die Calciumausscheidung im Urin – was ebenfalls ein Risikofaktor für die Steinbildung ist“, warnt die Nephrologin.

Nierensteine Symptome: Warnzeichen rechtzeitig erkennen

Während sehr kleine Steine häufig unbemerkt mit dem Urin abgehen, können größere in den ableitenden Harnwegen blockieren und starke Beschwerden auslösen. Typische Nierensteine Symptome (oft als Nierenkolik bezeichnet) sind:

  • plötzlich einsetzende, krampfartige Schmerzen in der Flanke
  • Übelkeit und Erbrechen
  • erhöhter Harndrang
  • sichtbares Blut im Urin

Mögliche Komplikationen ernst nehmen

Blockiert ein Stein den Harnleiter, kann sich der Urin zurückstauen. „Dann drohen ernste Komplikationen wie eine Nierenbeckenentzündung“, so Stracke. Gelangen Bakterien in die Blutbahn, kann sich im schlimmsten Fall eine lebensbedrohliche Sepsis (Blutvergiftung) entwickeln.

Bei Begleitsymptomen wie starkem Fieber, Schüttelfrost oder extremen Schmerzen sollten Betroffene deshalb umgehend medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

Quelle: IDW

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