Paracetamol- und Ibuprofensaft: Rezeptur nur im Einzelfall

(cnie) Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist der Bedarf an Paracetamol- und Ibuprofen-haltigen Kinderfiebersäften überproportional gestiegen. Warum das so ist, konnte das BfArM nicht genau erklären. Sicher ist nur: Fiebersäfte für Kinder sind derzeit knapp.

02.08.2022

Kind bekommt Fiebersaft
© Foto: lev dolgachov / Zoonar / picture alliance (Symbolbild mit Fotomodell)
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Bei nachgewiesenen Engpässen dürfen Apotheken auf ärztliche Veranlassung hin jetzt auch Paracetamol- und Ibuprofen-haltige Kinderfiebersäfte als Rezeptur herstellen. Wie BfArM, GKV-Spitzenverband und ABDA bekräftigen, solle die Option auf Rezeptur ausschließlich im Einzelfall zur Anwendung kommen. Nämlich nur dann, wenn der Krankheitszustand des Kindes eine Behandlung mit Ibuprofen und Paracetamol erfordere.

Voraussetzungen für die Herstellung eines Paracetamol- oder Ibuprofensafts
  • Der Fiebersaft wurde vom Arzt verschrieben.
  • Die Nichtbeschaffbarkeit des verordneten Fertigarzneimittels ist im Warenwirtschaftssystem der Apotheke dokumentiert.
  • Bei Nichtverfügbarkeit des verordneten Arzneimittels erfolgt die Rücksprache zu medikamentösen Alternativen mit dem Arzt.
  • Ist die Gabe von Paracetamol- oder Ibuprofen-haltigen Fiebersäften medizinisch erforderlich, muss ein neues Rezept über eine Rezeptur ausgestellt werden.
  • Die Taxierung der Rezeptur erfolgt nach Arzneimittelpreisverordnung.
  • Die Regelungen der Hilfstaxe (Vertrag über die Preisbildung für Stoffe und Zubereitungen aus Stoffen (§§ 4 und 5 der AMPreisV)) gelten.

Rezepturprofi Sarah Siegler aus unserem PTA Beirat erklärt die Herstellung von Ibuprofen- und Paracetamolsaft Schritt für Schritt.

Quelle: BfArM / Ärzte Zeitung

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