Pendeln geht auf die Nerven

(kib) Fast die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland sind Berufspendler. Diese sind zwar insgesamt weniger krankgeschrieben als Beschäftigte mit kurzem Arbeitsweg, aber mehr von psychischen Erkrankungen betroffen. Das geht aus dem Report "Mobilität in der Arbeitswelt" hervor, den die Techniker Krankenkasse (TK) veröffentlicht hat.

15.11.2018

Autos auf der Autobahn
© Foto: Daniel Bujack / stock.adobe.com
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Wie bereits die Vorläuferstudie der TK 2012, zeigt auch die 2018er Auswertung, dass Berufspendler statistisch gesehen mit 13,7 Fehltagen in 2017 insgesamt einen halben Tag weniger krankgeschrieben waren als Berufstätige mit kurzem Arbeitsweg (14,2).

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Von den Beschäftigten, die wohnortnah arbeiten, waren 52,3 Prozent mindestens einmal krankgeschrieben, bei den Pendlern fiel mit 49,4 Prozent nur knapp die Hälfte im vergangenen Jahr zumindest einmal aus.

Allerdings sind Pendler, vor allem Pendlerinnen, mehr von psychisch bedingten Krankschreibungen betroffen. "Weil die Berufe, die überdurchschnittlich mit Pendeln verbunden sind, sonst eher durch geringere psychische Belastungen gekennzeichnet sind, gehen wir davon aus, dass die höheren psychisch bedingten Fehlzeiten durch das Pendeln selbst entstehen", heißt es in einer Mitteilung der TK.

Laut Studie entfielen 2017 auf 100 Pendler 242 Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen etc. Bei den Beschäftigten mit kurzer Anreise waren es nur 219 Tage. Die psychisch bedingten Fehltage liegen damit bei Pendlern fast elf Prozent höher als bei den Beschäftigten mit Nah-Berufsverkehr. Bei den Frauen liegt die Differenz sogar bei rund 15 Prozent.

Quelle: krankenkassendirekt.de

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