Phagentherapie: Von der Forschung in die Praxis
- Bakteriophagen sind Viren, die gezielt Bakterien abtöten und bei Antibiotikaresistenzen neue Behandlungswege eröffnen.
- Der Einsatz erfolgt bislang primär als individueller Heilversuch bei schwer behandelbaren bakteriellen Infektionen.
- Eine neue Leitlinie liefert nun konkrete Empfehlungen, um die Phagentherapie in die klinische Praxis zu integrieren.
Bakteriophagen sind spezielle Viren, die gezielt Bakterien infizieren, sich in ihnen vermehren und diese schließlich abtöten. Bislang wird die Phagentherapie meist außerhalb der Regelversorgung – etwa als individueller Heilversuch oder in klinischen Studien – eingesetzt.
Typische Einsatzgebiete sind chronische Atemwegsinfektionen, schwere systemische Infektionen sowie hartnäckige Knochen-, Gelenk-, HNO- oder Hautinfektionen, bei denen herkömmliche Antibiotika versagen.
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Um den Einsatz der Bakteriophagen zu standardisieren, wurde eine neue Leitlinie nach dem Leitfaden der AWMF konzipiert und als Consensus Statement im Fachmagazin „Nature Medicine“ veröffentlicht.
Die Empfehlungen umfassen die Kernprinzipien der Phagentherapie, infrastrukturelle und organisatorische Vorgaben, Standards für die Phagenherstellung und Qualitätskontrolle sowie Richtlinien für die klinische Verabreichung.
Das Dokument zielt darauf ab, die neuen Erkenntnisse aus der Forschung in Therapie umzuwandeln und die personalisierte Phagentherapie als wirksame Alternative bei starken Antibiotikaresistenzen sicher in den klinischen Alltag zu überführen.
Quelle: Science Media Center Deutschland