Pilzinhaltsstoff gegen Hirnalterung
Ergothionein ist ein antioxidativer Nährstoff, der zunehmend wegen seiner potenziellen neuroprotektiven Eigenschaften erforscht wird. Er kommt natürlicherweise vor allem in Pilzen wie Shiitake und Austernpilzen sowie fermentierten Lebensmitteln vor. Vermarktet wird die Substanz auch als Nahrungsergänzungsmittel oder Bestandteil von Kosmetik mit „Anti-Aging“-Effekten.
Die Studie
In der aktuelle randomisierten, doppelblinden Studie erhielten 147 gesunde Probanden (55 – 79 J.) mit subjektiven Gedächtnisbeschwerden über 16 Wochen täglich zehn oder 25 Milligramm Ergothionein oder Placebo. Bewertet wurde die Gedächtnisleistung der Teilnehmenden per computergestütztem Test („CNS Vital Signs“).
Zusätzlich wurden weitere Bereiche der geistigen Leistungsfähigkeit betrachtet. Auch das subjektive Empfinden der Probandinnen und Probanden hinsichtlich ihres Gedächtnisses sowie ihre Schlafqualität und die Telomerlänge (ein biologischer Marker für Alterung) wurden erfasst.
Die Ergebnisse
Die Ergothionein-Plasmaspiegel stiegen nach vier und 16 Wochen signifikant an: In der Zehn-Milligramm-Gruppe um das drei- bis sechs-Fache, in der 25-Milligramm-Gruppe um das sechs- bis 16-Fache.
Eine Dosis von 25 Milligramm führte in Woche vier zu einer signifikanten Verbesserung des zusammengesetzten Gedächtniswertes innerhalb der Gruppe. Dieser Effekt blieb jedoch nicht über die gesamte Studiendauer bestehen.
Die Reaktionszeit verbesserte sich in beiden Ergothionein-Gruppen zeitabhängig, während andere kognitive Bereiche keine oder nur begrenzte Veränderungen zeigten. Subjektives prospektives Gedächtnis und Einschlafen verbesserten sich dosisabhängig, mit signifikanten Effekten bei 25 Milligramm. Innerhalb der Gruppe mit zehn Milligramm Ergothionein wurde eine Zunahme der Telomerlänge beobachtet. Die Substanz zeigte eine gute Verträglichkeit.
Das Fazit
Die Forscherinnen und Forscher sehen in ihren Ergebnissen einen weiteren Hinweis auf das Potenzial des Nährstoffs, künftig einen Beitrag zur Verlangsamung der Hirnalterung leisten zu können. Bislang fehlten jedoch längere Studien, die unterschiedliche Dosierungen bei gesunden älteren Erwachsenen vergleichend bewerten. Auch fehlen Studien mit kognitiv eingeschränkten Teilnehmenden oder Menschen mit niedrigeren Ergothioneinspiegeln.
Quelle: DeutschesGesundheitsPortal