Podcast PTA FUNK: Was ist eine Safe Space Apotheke?
- Safe Space Apotheken bieten Jugendlichen in Krisen anonyme und vertrauensvolle Erstgespräche im diskreten Beratungsraum.
- Das geschulte Apothekenteam leistet konkrete Lotsenhilfe und vermittelt Betroffene direkt an lokale Hilfseinrichtungen.
- Die Kooperation mit OurGenerationZ ermöglicht zudem den hilfreichen Austausch mit Gleichaltrigen (Peer-to-Peer).
Gerrit Nattler besitzt vier Apotheken in Nordrhein-Westfalen, zwei in Gelsenkirchen und zwei in Dorsten. Alle ELISANA-Apotheken sind Teil des Safe Space Apothekennetzwerks. Bislang gehören deutschlandweit 52 Apotheken zum Netzwerk. Die Idee kam von der Jugendbewegung OurGenerationZ (OGZ). Die Organisation für junge Menschen sieht in Apotheken barrierefreie Ansprechpartner.
Was bietet die Safe Space Apotheke?
Ein geschütztes Gespräch
Das Gespräch findet nicht am HV-Tisch, sondern in einem Beratungsraum statt. Wenn gewünscht, kann es anonym bleiben. Die Schweigepflicht des Apothekenteams schützt die jungen Menschen und baut Vertrauen auf.
Ein Team, das vorbereitet ist
PTA und Approbierte wissen, wie man ruhig, respektvoll und ohne Druck reagiert. Die Sorgen und Ängste der Jugendlichen werden in der Apotheke mit Respekt und Verständnis behandelt.
Lotsenhilfe ins echte Hilfesystem
Gemeinsam schauen Apotheke und Hilfesuchende: Was hilft jetzt? Wer ist vor Ort zuständig? Die Safe Space Apotheke unterstützt auch bei einem Telefonat und macht den ersten Termin.
Kontakt zu Gleichaltrigen
Die Safe Space Apotheke kann auch den Kontakt zur OGZ herstellen. Das sind andere Jugendliche, mit denen junge Betroffene sich austauschen können. Das geht ebenfalls anonym. Die Freie Universität Berlin begleitet das Projekt wissenschaftlich.
Nattler berichtet im Podcast PTA FUNK vom Fall einer Teenagerin, die damit haderte aufgrund von psychischen Problemen in eine geschlossene Anstalt zu gehen. Ihre Eltern wollten diesen Schritt, die Jugendliche lehnte den Aufenthalt in der Anstalt ab. Über die Peer-to-Peer-Selbsthilfe der OGZ konnte die Teenagerin mit einem anderen Jugendlichen telefonieren, um sich auszutauschen.
Gerrit Nattler berichtet: „Das war jetzt zum Beispiel jemand, der selbst mal so eine Herausforderung hatte und in der Psychiatrie war und der hat dem jungen Mädchen gesagt: Das ist das Beste, was dir passieren kann. So viele Menschen warten auf so einen Platz. Nimm das wahr, das kann dir helfen." Die junge Frau ist nach dem Psychiatrieaufenthalt nun selbst OGZ-Mitglied.
Hören Sie gleich rein in den Podcast PTA FUNK und erfahren noch mehr über das Projekt Safe Space Apotheke.
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