PTA-Patenschaft: Eine Schülerin berichtet

PTA-Schülerin Lilli Bretsch nimmt am Projekt PTA-Patenschaft teil. Sie berichtet von ihren ersten Erfahrungen in der Jahreszeiten-Apotheke in Münster.

von Kirsten Bechtold
29.04.2026

PTA-Patenschülerin Lilli Bretsch arbeitet seit einigen Monaten in der Jahreszeiten-Apotheke in Münster mit.
© Foto: AVWL
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Die Initiative PTA-Patenschaft ermöglicht Auszubildenden, frühzeitig in den Berufsalltag einzutauchen, Praxis und Theorie zu verknüpfen sowie nebenbei noch eigenes Geld zu verdienen.

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Dazuverdient hat sich Lilli Bretsch auch schon vor ihrer PTA-Ausbildung, damals noch in der Gastronomie. Doch der Nebenjob in der Apotheke zahlt sich für sie nicht nur finanziell aus. „Ich erfahre hier, wofür ich in der Schule lerne“, sagt sie. „Das gibt mir sehr viel Motivation für die anspruchsvolle Ausbildung.“ Ein großer Vorteil: Durch den frühzeitigen Einblick in den echten Berufsalltag einer Apotheke bleibt ihr der gefürchtete Praxisschock am Ende der Schulzeit erspart.

Wissen vertiefen und in der Praxis dazulernen

Morgens in die PTA-Fachschule in Münster, nachmittags in die Apotheke – „Das ist schon knackig“, räumt sie ein. Auf der anderen Seite erspart ihr der Job manche Stunde am Schreibtisch. Denn bei der Arbeit wiederholt sie ganz nebenbei, was im Unterricht behandelt wurde. Oft eignet sie sich im Job sogar im Voraus praktisches Wissen an, das erst Tage später auf dem Lehrplan steht.

In der Jahreszeiten-Apotheke übernimmt Bretsch derzeit vor allem klassische PKA-Aufgaben: Sie verbucht die eingegangene Ware, füllt die Sichtwahl auf und macht Inventur in der Freiwahl. Mit jeder Packung, die sie in den Händen hält, vertieft sie ihr Wissen über die Wirkstoffe oder lernt etwas Neues über Arzneimittel.

Zugleich beobachtet sie aufmerksam, wie ihre künftigen PTA-Kolleginnen und -Kollegen die Kundschaft beraten. „Da kann ich mir das ein oder andere schon einmal abgucken“, freut sie sich. „Wenn ich dabei erlebe, wie überschwänglich sich Patientinnen und Patienten für die Hilfe bedanken, dann weiß ich: Dafür mache ich das!“

Wie der Pate zum PTA-Schüler kommt

Das Projekt PTA-Patenschaft ist vom Landesapothekerverband Baden-Württemberg initiiert worden. Der Apothekerverband Westfalen Lippe beteiligt sich seit Herbst 2025 daran.

Die PTA-Patenschaft ermöglicht Apothekenleiterinnen und -leitern, angehende PTA bereits während ihrer zweijährigen schulischen Ausbildung durch eine Patenschaft inhaltlich, fachlich und finanziell zu unterstützen, somit für die Apotheke vor Ort zu begeistern, an den eigenen Betrieb zu binden und dem Nachwuchsmangel aktiv etwas entgegenzusetzen.

Der Ablauf ist unkompliziert. Alle Infos, wie sich Apotheken registrieren, eine Annonce aufgeben können, wie Schülerinnen und Schüler eine Patenschaftsapotheke finden und sich dort bewerben, sind neben Antworten auf weitere Fragen hier zu finden.

Ein Gewinn für alle: PTA-Patenschaft gegen Fachkräftemangel

Rund 37 Stunden pro Monat arbeitet Lilli Bretsch in der Apotheke. Die Einsatzzeiten sind flexibel gestaltet: In den Schulferien sind es ein paar Stunden mehr, dafür vor wichtigen Klausuren etwas weniger.

Diese Flexibilität kommt nicht nur der Patenschülerin zugute, sondern auch dem Apothekenbetrieb. „Viele unserer PKA und PTA haben schulpflichtige Kinder und müssen in den Ferien Urlaub nehmen. Dann können wir die Unterstützung unserer Patenschülerin sehr gut gebrauchen“, erklärt Jan Harbecke, Inhaber der Jahreszeiten-Apotheke und Vorstandsmitglied des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe (AVWL).

Aber auch außerhalb der Ferienzeit ist die angehende PTA ein echter Gewinn. Die Zeit, die das Team investiert habe, um Bretsch anzulernen, zahle sich nachhaltig aus, so Harbecke. „Anders als ein Praktikant bleibt das Patenkind über zwei Jahre bei uns und arbeitet aktiv mit. Nach der Schule verkürzt sich die Einarbeitungsphase im Praktikum oder im späteren Berufsalltag enorm.“ Er ist überzeugt: „Eine PTA-Patenschaft ist ein hervorragendes Instrument gegen den Fachkräftemangel in Apotheken.“

Das übergeordnete Ziel der Patenschaft ist es, eine langfristige Bindung zwischen Arbeitgeber und PTA aufzubauen. „Wenn es einem in der Apotheke gut gefällt, dann möchte man natürlich bleiben“, bestätigt auch Bretsch.

Und welches Fazit zieht sie nach den ersten Monaten? Bretsch lacht und antwortet: „Ich bin hier definitiv nicht enttäuscht worden.“

Quelle: AVWL

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