Rezeptfreies Naloxon-Nasenspray
Das zur Notfallbehandlung bei bekannter oder vermuteter Opioid-Überdosierung zugelassene Naloxon-Nasenspray wird aus der Verschreibungspflicht entlassen. Das gilt jedoch nur für Medikamente mit nationaler Zulassung. Das von der EU-Kommission zugelassene Präparat Nyoxid darf auch weiterhin nur mit Rezept abgegeben werden.
Wie die Deutsche Apotheker Zeitung berichtet, wird in Deutschland voraussichtlich das norwegische Produkt Ventizolve als OTC auf den Markt kommen. Derzeit ist es jedoch hierzulande noch nicht verfügbar.
Bevorratung möglich
Darüber hinaus wird in § 2 Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) ein neuer Absatz 2a eingefügt. Damit können sich bestimmte Einrichtungen (z. B. Drogen- und Suchthilfe, Obdachlosenhilfe, Einrichtungen des Strafvollzuges) vorsorglich Naloxon verordnen lassen und so mit Naloxon-Nasenspray für den Ernstfall ausstatten. Das soll die Notfallbehandlung erleichtern.
Bisher sind nur Individualverschreibungen oder Verschreibungen für den Praxisbedarf möglich.
Entzündlichen Erkrankungen der Kopfhaut
Bestimmte Zubereitungen für Erwachsene mit Prednisolon und Salicylsäure zur bei gering ausgeprägten entzündlichen Erkrankungen der Kopfhaut (Schuppenflechte, seborrhoische Dermatitis) werden ebenfalls aus der Verschreibungspflicht entlassen.
Die neuen Regelungen treten einen Tag nach Veröffentlichung der Änderungsverordnung im Bundesanzeiger in Kraft.
Quelle: Bundesrat, DAZ