Säuglingsnahrung: Nutzen von Probiotika nicht belegbar

(kib) Säuglingsanfangs- und Folgenahrung mit Probiotika soll Herstellern zufolge die Infekthäufigkeit, beispielsweise von Magen-Darm-Infekten, verringern. Dafür gibt es zwar Hinweise aus Studien. Doch wissenschaftlich belegen lässt sich der Nutzen nach wie vor nicht, erklärt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

16.02.2026

Lachendes Baby auf dem Bauch liegend mit einer Flasche in der Hand.
© Foto: Oksana Kuzmina / stock.adobe.com
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Das BfR hat erneut untersucht, ob Säuglingsnahrung, der Probiotika zugesetzt werden, gesundheitlich vorteilhaft ist. Bei der Auswertung der Datenlage wurden insbesondere neue Studien zu den Bakterienstämmen Limosilactobacillus (L.) fermentum CECT 5716 und zu L. reuteri DSM 17938 bewertet.

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Produkte sind sicher

Wie es in der Stellungnahme heißt, lassen sich aus den vorliegenden Daten weiterhin keine unerwünschten Wirkungen der untersuchten Bakterienstämme für gesunde Säuglinge ableiten.

Aus Sicht des BfR sind dennoch weitere gut geplante kontrollierte Interventionsstudien wünschenswert, um zuverlässige Aussagen über die Sicherheit des routinemäßigen Einsatzes von Säuglingsnahrung mit als „probiotisch“ bezeichneten Bakterienstämme treffen zu können.

Gesundheitlicher Nutzen nicht ausreichend belegt

Unter Berücksichtigung der Gesamtheit der Evidenz sieht das BfR zwar weiterhin Hinweise, aber keine ausreichenden Belege für positive gesundheitliche Effekte von Säuglingsnahrung, die mit L. fermentum CECT 5716 angereichert ist.

Auch für den Nutzen einer kombinierten Anreicherung von Produkten mit L. fermentum CECT 5716 und Galactooligosacchariden (GOS) – spezielle Zuckermoleküle, die das Wachstum nützlicher Bakterien fördern sollen – gibt es momentan keine hinreichenden wissenschaftlichen Belege. So hatten zum Beispiel Säuglinge, die mit entsprechender Säuglingsnahrung gefüttert wurden, einer Studie zufolge nicht seltener Durchfall als Säuglinge, die herkömmliche Säuglingsnahrung (ohne L. fermentum CECT5716 und GOS) erhielten, heißt es in der Mitteilung.

Weiterhin bestehe über die Identität der Stämme der auf dem deutschen Markt in Säuglingsanfangs- und Folgenahrung eingesetzten Bifidobakterien-Mischung Unklarheit, so dass dafür keine abschließende Bewertung der Sicherheit und des möglichen Nutzens möglich sei.

Vor diesem Hintergrund bleibt das BfR bei der folgenden Einschätzung:  "Entsprechend angereicherte Säuglingsnahrungen sind für die Ernährung von gesunden Säuglingen nicht besser geeignet als herkömmliche Säuglingsanfangs- oder Folgenahrung."

Quelle: BfR

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