Schlüsselmechanismus der Alzheimer-Erkrankung entdeckt

(kib) Forschende an der Universität Heidelberg haben einen Mechanismus entdeckt, der entscheidend dazu beiträgt, dass sich die Alzheimer-Krankheit verschlechtert. Das eröffnet neue Perspektiven für die Entwicklung wirksamer Therapien.

14.10.2025

Hand hält Puzzle eines Kopfumrisses. Es fehlen zwei Puzzleteile.
© Foto: SewcreamStudio / stock.adobe.com
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Gemeinsam mit Forscherinnen und Forschern der Shandong-Universität, China, fanden die Forschenden aus Heidelberg im Alzheimer-Mausmodell heraus: Ein neurotoxisch wirkender Protein-Protein-Komplex ist für das Absterben von Nervenzellen im Gehirn und den daraus resultierenden kognitiven Verfall verantwortlich. Dieser kommt bei Alzheimer-Mäusen im Vergleich zu gesunden Tieren deutlich häufiger vor.

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Hoffnungsträger TwinF Interface Inhibitor 

Mithilfe eines neuartigen pharmakologischen Hemmstoffs, genannt TwinF Interface Inhibitor, gelang es, die Interaktion zwischen den beiden Proteinen zu blockieren, sodass sich der Komplex auflöste.

Wie die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mitteilen, konnte das Fortschreiten der Alzheimer-Erkrankung bei mit dem TwinF Interface Inhibitor behandelten Mäusen, deutlich verlangsamt werden.

Typische zelluläre Veränderungen aufgrund der Alzheimer-Erkrankung – darunter der Verlust von Synapsen sowie strukturelle und funktionelle Schädigungen der Mitochondrien – traten nach Angaben der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht oder nur in geringem Ausmaß auf.

Auch kognitive Fähigkeiten wie Lernen und Gedächtnis blieben weitgehend erhalten. Zudem war die für Alzheimer charakteristische Bildung von Beta-Amyloid-Ablagerungen im Gehirn deutlich reduziert.

Neuer Therapieansatz

Dieser Ansatz unterscheidet sich laut den Forschenden von bisherigen Therapiestrategien für die Alzheimer-Erkrankung. Statt auf die Entstehung oder Entfernung von Amyloid aus dem Gehirn zu zielen, wird ein nachgeordneter zellulärer Mechanismus blockiert, der einerseits zum Absterben von Nervenzellen führen kann und andererseits – in einer krankheitsverstärkenden Rückkopplung – die Bildung von Amyloid-Ablagerungen befördert.

In Vorgängerstudien konnte das Team vergleichbare neuroprotektive Effekte des „TwinF Interface Inhibitors“ für Krankheitsmodelle der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) nachweisen.

Die Forschenden vermuten daher, mit dem neuartigen Hemmstoff ein potenziell breit anwendbares Wirkstoffprinzip gefunden zu haben, dass das Fortschreiten neurodegenerativer Erkrankungen wie Alzheimer und ALS verlangsamen oder sogar aufhalten könnte. Eine denkbare klinische Anwendung liegt jedoch noch in weiter Ferne.

Quelle: DeutschesGesundheitsPortal

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