Stillen: Schluss mit dem Begriffswirrwarr
- Die Nationale Stillkommission hat die Fachbegriffe rund um das Stillen nach internationalen WHO-Vorgaben vereinheitlicht.
- Die neuen Standards trennen nun präzise zwischen Muttermilch (eigene Mutter) und Frauenmilch (Spendermilch).
- Diese klare Standardisierung verbessert die deutsche Stillforschung und pädiatrische Praxis.
Die Stellungnahme wurde von einem Expertenteam der Kommission erarbeitet. Das zentrale Anliegen ist es, die aktuellen internationalen Standards der Weltgesundheitsorganisation (WHO) präzise in das deutsche Gesundheitssystem zu übertragen und eine einheitliche Fachsprache zu etablieren.
Die Kern-Kategorien der Säuglingsernährung im Überblick
- Ausschließliches Stillen: Ernährung ausschließlich mit Mutter- oder Frauenmilch. Ausgenommen sind lediglich notwendige Medikamente und Supplemente. Es wird hierbei nicht zwischen Brust und Flasche unterschieden.
- Ausschließliche Muttermilchernährung: Das Kind erhält ausschließlich die Milch der eigenen Mutter – ob direkt an der Brust oder abgepumpt gefüttert.
- Frauenmilchernährung: Die Ernährung des Säuglings erfolgt mit der Milch anderer Frauen (Spendermilch).
- Überwiegendes Stillen: Die Hauptnahrungsquelle ist Mutter- oder Frauenmilch. Wasser oder ungesüßter Tee werden nur gelegentlich ergänzt; Beikost oder Muttermilchersatznahrung sind ausgeschlossen.
- Volles Stillen: Dies ist die wissenschaftliche Sammelbezeichnung für ausschließlich und überwiegend gestillte Kinder.
- Teilstillen: Das Kind erhält Mutter- oder Frauenmilch und wird zusätzlich mit Säuglingsanfangsnahrung (Formula) oder Beikost zugefüttert.
Bedeutung für das Gesundheitssystem
Mit dieser Standardisierung schafft die Nationale Stillkommission eine verlässliche und zeitgemäße Grundlage. Davon profitiert nicht nur das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Stillforschung, sondern vor allem die alltägliche pädiatrische Praxis und die professionelle Stillberatung.
Die präzisen Begrifflichkeiten ermöglichen eine deutlich bessere Vergleichbarkeit von Studiendaten und unterstützen somit die gezielte Förderung der Säuglingsgesundheit in Deutschland.
Quelle: Max Rubner-Institut