Tabletteneinnahme bei Schluckstörungen
Eine klinische Studie der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften GmbH in Krems zeigt: Ganze Tabletten können bei Schluckstörungen nach Schlaganfall sicherer sein als zerkleinerte. Die Ergebnisse stellen damit eine etablierte Pflegeroutine infrage.
Im Ganzen besser schluckbar
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konnten in ihrer Studie mit 60 Personen nach Schlaganfall zeigen: Ganze Tabletten, die mit weichen Speisen wie Apfelmus verabreicht werden, konnten oft problemlos geschluckt werden – ohne Hinweise auf Eindringen von Speisebestandteilen in die Atemwege.
In der aktuellen Studie wurden drei gängige Tablettenformen sowie ihre zerkleinerten Varianten untersucht. Die größte Tablette blieb zwar häufig im Bereich des Zungengrunds liegen, wurde von den Patientinnen und Patienten aber meist wahrgenommen und konnte mit einem weiteren Löffel Apfelmus gut abgeschluckt werden.
Die mit acht Millimeter kleinste getestete Tablette schnitt hinsichtlich Schlucksicherheit und Effizienz besser ab als ihre zermörserte Variante. Die zerstoßenen Tabletten hinterließen insgesamt deutlich mehr Rückstände im Rachen, insbesondere im Bereich hinter der Zunge, was die Aufnahme der Wirkstoffe beeinträchtigen und Komplikationen begünstigen könnte.
Die Untersuchung macht aus Sicht der Forschenden deutlich: Das routinemäßige Zerkleinern fester Arzneimittel gehört auf den Prüfstand. Eine differenziertere Vorgehensweise könnte Medikationsfehler reduzieren und die Arzneimittelsicherheit in der Schlaganfallversorgung verbessern.
Quelle: Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften GmbH