Tardocillin außer Vertrieb: Import sichert Versorgung
Für benzylpenicillin-benzathinhaltige Arzneimittel zur parenteralen Applikation hat das Bundesministerium für Gesundheit bereits am 21. Januar 2026 einen Versorgungsmangel in Deutschland festgestellt. Das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte geht aktuell davon aus, dass bis mindestens Ende 2026 mit deutlichen Einschränkungen in der Verfügbarkeit zu rechnen ist.
Grund für den Engpass ist die Einstellung der Produktion bei den bisherigen Lohnherstellern. In diesem Zusammenhang hat die InfectoPharm Arzneimittel und Consilium GmbH alle Packungsgrößen von Tardocillin als außer Vertrieb gemeldet: die 2er-Packung zum 1. Mai 2026 sowie die 1er- und 6er-Packung zum 15. Mai 2026.
Restbestände dürfen weiter abgegeben werden
In seiner Mitteilung weist InfectoPharm ausdrücklich darauf hin, dass die Abgabe von noch im Handel befindlicher Ware von Tardocillin auch nach dem 15. Mai zulässig ist und das Präparat weiterhin zu Lasten der Krankenkassen erstattungsfähig bleibt.
Wie es weiter heißt, arbeitet das Pharmaunternehmen nach eigenen Angaben parallel dazu mit höchster Priorität an einer tragfähigen Produktionsabsicherung im europäischen Raum.
Bezug über den Großhandel
Als lieferfähige Alternative stellt die Tochterfirma des Unternehmens, Pädia, Benzylpenicillin-Benzathin (Lentocilin S1200 Atral 1.200.000 I.E./4 ml , PZN 20375044) aus Portugal über eine gesetzliche Ausnahmeregelung zur Verfügung.
Das Präparat kann über den pharmazeutischen Großhandel bezogen werden und wird sowohl von den gesetzlichen als auch von den privaten Krankenkassen erstattet.
Aufgrund des bestehenden Versorgungsmangels darf Lentocilin S1200 Atral in fremdsprachiger Aufmachung abgegeben werden. Die deutsche Übersetzung der Fachinformation, die Gebrauchsinformation, die Gestattung sowie das aktuelle Informationsschreiben stehen auf der Homepage von InfectoPharm zum Download bereit.
Quelle: InfectoPharm