Tattoos auf Knopfdruck an- und ausschalten

Klassische Tattoos bleiben dauerhaft in der Haut oder müssen aufwändig und schmerzhaft per Laser entfernt werden. Nun hat ein US-Ingenieur mit „PhotoTat“ eine smarte Tattoo-Tinte vorgestellt: Dank photochromer Nanopartikel lassen sich bunte Motive mit UV- und LED-Licht gezielt an- und ausschalten.

von Kirsten Bechtold
06.11.2026

Die bunte Tattoofarbe ist im weißen Licht unsichtbar (oben), nach Bestrahlung mit UV-Licht für einige Zeit sichtbar (unten)
© Foto: Matter & Light, Bruns et al.
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  • Photochrome Farbstoffe in biokompatiblen PMMA-Nanopartikeln färben sich unter UV-Licht sekundenschnell ein und entfärben sich durch sichtbares LED-Licht.
  • Über die drei Grundfarben Blau, Magenta und Gelb lassen sich vielseitige Farbmotive ganz ohne implantierte Elektronik realisieren.
  • Die Technologie eröffnet neben Lifestyle-Trends auch pharmazeutisch-medizinische Anwendungen, etwa für temporäre Markierungen in der Strahlentherapie.

Bereits seit etwa einem Jahr auf dem Markt ist eine monochrome Tattoo-Farbe in schwarz (Magic Ink). Neu bei PhotoTat sind die drei Grundfarben Blau, Magenta und Gelb. Durch das Mischen der drei Farben lassen sich Vollfarbbilder erzeugen.

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Die drei photochromen Verbindungen werden in Nanopartikel aus Polymethylmethacrylat (PMMA) eingeschlossen. Sie lassen sich wie herkömmliche Tinte mit Standardgeräten in die Haut einbringen.

Das Ergebnis ist dauerhaft und dennoch veränderbar: Im Ruhezustand, beispielsweise bei normalem Innenraumlicht, nahezu unsichtbar, kommen die Farben unter UV-Licht innerhalb von Sekunden zum Vorschein. Ohne UV-Licht verblassen die Tattoos wieder oder lassen sich schnell durch helles LED-Licht wieder „abschalten“.

Das Team sieht in der smarten Tinte nicht nur für Tattooliebhaber ein Anwendungsgebiet. Auch medizinisch könne die Technik genutzt werden, zum Beispiel, als Orientierungsmarkierungen in der Strahlentherapie oder für Hautbiopsien.

Die smarte Tinte befindet sich aktuell noch in der Forschungs- und Erprobungsphase. Die Forschenden hoffen, sie in der nächsten Zeit patentieren und auf dem Markt anbieten zu können.

Quelle: Matter & Light, Eurek Alert

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