Tropfen gegen Alterssichtigkeit
Das Arzneimittel enthält Carbachol und Brimonidintartrat (2,75 %/0,1 %) und ist das erste Augentropfenpräparat zur Therapie der Alterssichtigkeit (Presbyopie), das zwei Wirkstoffe kombiniert. Es soll in den USA unter dem Namen YuvezziTM im zweiten Quartal 2026 auf den Markt kommen. Entwickelt wurde das Medikament von Tenpoint Therapeutics.
Nahes wird nicht scharf gesehen
Bei der Presbyopie verschlechtert sich altersbedingt die Nahsicht. Meist bemerkt man dies zunächst beim Lesen, insbesondere dann, wenn man müde ist oder das Licht schwach. Auch der Blick auf die Uhr oder das Handy, das Entziffern Informationen auf Lebensmittelverpackung oder das Erkennen von Personen auf Bildern können plötzlich Probleme bereiten.
Typischerweise beginnt die Alterssichtigkeit Mitte 40. Der Grund: Mit zunehmendem Alter werden die Linse starrer und der Augenmuskel nach derzeitigem Kenntnisstand schwächer. Das sorgt dafür, dass der Wechsel zwischen Nah- und Fernsicht nicht mehr so gut funktioniert. Die Weitsicht ist hingegen nicht beeinträchtigt.
Therapiert wird derzeit vor allem mit Brillen (Lese-, Gleitsichtbrillen) oder entsprechend gefertigten Kontaktlinsen. Ebenfalls möglich ist ein chirurgischer Eingriff.
Zwei Optionen in den USA
Das Arzneimittel ist in dieser Indikation nicht das erste zugelassene Augentropfenpräparat. Bereits im Sommer2025 hat die FDA die Zulassung von Aceclidin-Augentropfen (Vizz) empfohlen, heißt es in der Deutschen Apotheker Zeitung. In den USA stehen damit künftig zwei Präparate gegen Alterssichtigkeit zur Verfügung. In Deutschland gibt es bisher keine zugelassene Arzneimittel.
Augentropfenkombi
Das nun in den USA zugelassene Arzneimittel kombiniert mit Carbachol einen cholinergen Wirkstoff mit Brimonidintartrat, einem alpha-adrenergen Agonisten. Bekannt sind beide Arzneistoffe aus der Glaukomtherapie.
Laut The Ophthalmologist ruft die Kombination eine Pupillenverengung und einen Lochblendeneffekt hervor, wodurch die Nahsehschärfe verbessert wird. Die Fernsicht bleibt erhalten.
Die FDA-Zulassung wird durch Daten aus zwei klinischen Phase-3-Studien, BRIO I und BRIO II, mit mehr als 800 Patienten gestützt. In BRIO I zeigte die Fixkombination eine Überlegenheit gegenüber ihren einzelnen Wirkstoffen, was eine behördliche Anforderung für Kombinationstherapien ist.
In BRIO II erreichte das Medikament alle primären Endpunkte und erzielte statistisch signifikante Verbesserungen von drei Zeilen oder mehr in der unkorrigierten Nahsehschärfe für bis zu acht Stunden, ohne klinisch bedeutsamen Verlust der Fernsicht.
Es wurden keine behandlungsbedingten schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse berichtet. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen, vorübergehende Augenreizungen und Sehstörungen.
Die Augentropfen sind einmal täglich anzuwenden. Kontaktlinsen sind dabei vorher zu entfernen und erst zehn Minuten später wiedereinzusetzen.
Quelle: theophthalmologist.com, gesundheitsinformation.de, DAZ