Typ-2-Diabetes: Welche Supplemente sinnvoll sind

(kib) Grundsätzlich sollten Diabetikerinnen und Diabetiker ihren Nährstoffbedarf über die Ernährung decken. Doch in manchen Fällen können auch Nahrungsergänzungsmitteln eine sinnvoll Empfehlung sein, hieß es auf der Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft in Mannheim.

26.11.2025

Medikamentendose mit Aufschrift „Pills“, davor Kapseln und Tabletten sowie ein rosafarbenes Armband mit Aufschrift Type 2 Diabetic
© Foto: TopMicrobialStock / iStock
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Professor Thomas Skurk, ZIEL-Institute for Food & Health in Freising, erläuterte einem Bericht der Ärzte Zeitung zufolge, dass es Evidenz für die Vitamine D und B 12 gebe. So sei ein Mangel an Vitamin D signifikant mit dem metabolischen Syndrom assoziiert. Der Vitamin B12-Spiegel sollte vor allem bei Einnahme von Metformin im Blick gehalten werden.

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Vitamin D

Mehrere Studien würden zeigen, dass eine Vitamin-D-Supplementierung die Insulinresistenz von adipösen Kindern verbessern könne. Außerdem senke die Korrektur eines Vitamin-D-Mangels den Nüchternblutzucker bei Menschen Typ-2-Diabetes. Auch eine Netzwerkanalyse lege einen Effekt von Vitamin D bei Typ-2-Diabetes nahe. 

Vor allem niedrige Dosen unter 1.000 I.E. sind laut Skurk für einen günstigen HbA1c-Wert ausreichend. Die Nüchternglukose hingegen werde vor allem durch Vitamin D2 (Ergocalciferol) verbessert, welches in Pilzen und Hefen vorkommt. Mittlere Dosen (1.000 – 2.000 I.E.) wiederum könnten Nüchterninsulinspiegel verringern.

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Vitamin B12

Zu Vitamin B12 gibt es dem Bericht zufolge ebenfalls neuere Erkenntnisse. So hemme Metformin die intestinale Absorption des Vitamins, erläuterte Skurk. Zehn bis 30 Prozent der Langzeitanwender weisen einen Vitamin-B12-Mangel auf. Empfohlen wird eine Messung des Serum-Vitamin-B12-Spiegels alle zwei bis drei Jahre, früher bei Symptomen oder älteren Personen.

Die Empfehlung zur Supplementation lautet wie folgt:

  • Prävention bei Langzeit-Metformin: 250 – 500 μg/ Tag oral (Cyanocobalamin oder Methylcobalamin)
  • nachgewiesener Mangel: 1.000 μg/Tag oral oder 1.000 μg/ i.m. monatlich bis Normalisierung

Selen nur bei Mangel

Wie Skurk weiter berichtete, sei eine Supplementierung mit Selen nur bei einem Mangel (< 80 μg/L Serum) sinnvoll. Denn eine Überversorgung könne die Insulinsensitivität herabsetzen und das Risiko für Typ-2-Diabetes erhöhen.

Quelle: Ärzte Zeitung

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