Ube: Food-Trend aus Asien
Die intensiv violette lila Yamswurzel (auch Wasseryams genannt) stammt ursprünglich aus Asien und wird primär auf den Philippinen angebaut. Da sie feuchter und weicher ist als andere Yamsarten, eignet sie sich perfekt für die moderne Küche. Übrigens: Auch wenn Ube der violetten Süßkartoffel optisch stark ähnelt, sind die beiden Pflanzen botanisch nicht miteinander verwandt.
Ein Hauch von Kokosnuss
Was den neuen Food-Trend so beliebt macht, ist sein einzigartiges Aroma. Ube bringt eine natürliche, milde Süße mit, die an eine Mischung aus Vanille, Pistazie und einem Hauch Kokosnuss erinnert.
Ohne künstliche Zusätze verleiht sie cremigen Drinks, Desserts und Backwaren ein völlig neues Geschmacksprofil. In Deutschland ist die Wurzel meist als Püree, Pulver oder Sirup erhältlich.
Gesund und nährstoffreich
Ihre Farbe verdankt die Wasseryams den Anthocyanen – blau-roten Pflanzenfarbstoffen, die im Körper antioxidativ, antientzündlich, antiviral und antibakteriell wirken können. Zudem ist die Wurzel ein hervorragender Nährstofflieferant:
- reich an komplexer Stärke und Ballaststoffen
- gute pflanzliche Proteinquelle
- nahezu fettfrei
- liefert wertvolle Vitamine und Mineralstoffe
Wissenschaftlicher Fakt am Rande: Ube enthält Diosgenin, eine Vorstufe des weiblichen Sexualhormons Progesteron. In der Pharmaindustrie wird der Stoff zur Herstellung bioidentischer Arzneimittel genutzt.
Ein oft verbreiteter Mythos ist jedoch, dass der Verzehr der Wurzel den Hormonhaushalt direkt anpasst – der menschliche Körper ist nämlich gar nicht in der Lage, das Diosgenin selbst in Progesteron umzuwandeln.
Die Kehrseite des Hypes
Unter dem Hashtag #Ube finden sich auf Instagram mittlerweile rund 800.000 Beiträge – Tendenz steigend. Doch wie Britta Klein vom Bundeszentrum für Ernährung warnt, hat dieser durch Social Media befeuerte Ansturm weitreichende Konsequenzen: Wenn die globale Nachfrage nach einem lokalen Lebensmittel plötzlich explodiert, gefährdet das die historisch gewachsenen Anbaustrukturen vor Ort auf den Philippinen. Zudem springen mittlerweile immer mehr tropische Regionen in Asien und Afrika auf den Zug auf und bauen die Wurzel an.
So oder so: Bis die lila Yamswurzel schließlich in Deutschland landet, hat sie einen langen Transportweg hinter sich. Entsprechend kritisch fällt ihre Klimabilanz aus. Ube bleibt also eine spannende kulinarische Bereicherung – sollte aber am besten als besonderes, bewusst konsumiertes Highlight genossen werden.
Quelle: BZfE