Urin als Recyclingdünger

(kib) Als eine von 15 Projektideen ist "Urban Cycles" im Hochschulwettbewerb ausgezeichnet worden. Das Citizen Science Projekt setzt auf urinbasierten Recyclingdünger zur nachhaltigen Düngung.

03.03.2022

Drei Männer auf der Herrentoilette
© Foto: Ruben Pinto / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen)
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Durchgeführt werden die Experimente im Rahmen des Projekts in Berliner Gemeinschaftsgärten, und zwar von den Gärtnernden selbst. Sie werten die Ergebnisse auch gemeinsam mit Forschenden aus. Koordiniert wird das Projekt vom Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau in Großbeeren.

Ziel ist es, Gärtnernden interaktiv Wissen zu nachhaltiger Düngung zu vermitteln und sie partizipativ in den wissenschaftlichen Prozess und gesellschaftspolitischen Dialog zu Recyclingdüngern einzubinden.

Aktion im Rahmen des Wissenschaftsjahres

Der Hochschulwettbewerb wird jährlich von Wissenschaft im Dialog im Rahmen des Wissenschaftsjahres ausgerufen. In diesem Jahr lautet das Thema „Nachgefragt“ und passend dazu wurden 15 partizipative Projektideen unter 270 eingereichten ausgezeichnet. Die Gewinnerteams erhalten jeweils 10.000 Euro.

Urin als wichtige Nährstoffressource

Getestet wird der Recyclingdünger C.R.O.P®-Dünger (Combined Regenerative Organic Food Production). Der vom Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum entwickelte Dünger aus künstlichem Urin entspricht in seiner Zusammensetzung menschlichem Urin, ist hygienschisch unbedenklich und kann somit in Gärten verwendet werden. 

Auch menschlicher Urin ließe sich in einen schadstofffreien und wirksamen Recyclingdünger umwandeln, so dass die darin enthaltenen Nährstoffe weiter genutzt werden könnten. Allerdings "ist derzeit die Anwendung von Recyclingdüngern aus menschlichem Urin (und/oder aus menschlicher Fäzes) weder in Deutschland noch in der Europäischen Union von existierenden rechtlichen Regelungen abgedeckt und somit in der Agrar- und Gartenbau-Praxis nicht möglich", ergab die Nachfrage von DAS PTA MAGAZIN beim Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau.

Am Institut wurden in der Vergangenheit bereits mehrere Versuche mit C.R.O.P., einem weiteren küstlichen Dünger sowie anderen Recyclingdüngern aus menschlichen Fäkalien durchgeführt. Dabei konnten die Forschenden belegen, dass die Produkte mit anderen Mineraldüngern in der Wirkung vergleichbar sind und gleichzeitig viel geringere Schwermetallbelastungen gegenüber einigen gängigen Mineraldüngern verzeichnen.

Quelle: IDW,Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau

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