UroBert: Der KI-Chatbot für urologische Beschwerden
- UroBert bietet eine anonyme, KI-gestützte Ersteinschätzung bei urologischen Problemen.
- Der Chatbot nutzt Leitlinien, um Patienten gezielt zu beruhigen und Ängste zu nehmen.
- Bei Bedarf vermittelt das System per Postleitzahl eine Fachpraxis im Raum Nordrhein.
„Nach jedem zweiten Klick landen Ratsuchende beim Thema Krebs“, berichtet Dr. Michael Stephan-Odenthal, ärztlicher Leiter der Uro-GmbH Nordrhein, über die weitreichende Verunsicherung durch klassische Online-Recherchen. Genau hier setzt der Chatbot UroBert an: Er wirkt der Panikmache mit wissenschaftlich fundierten Informationen aus medizinischen Leitlinien entgegen.
Anders als bei allgemeinen KI-Tools wie ChatGPT bleibt der Dialog bei UroBert vollständig anonym. Die Managementgesellschaft der Uro-GmbH vertritt etwa 300 Urologinnen und Urologen, an die das System die Nutzerinnen und Nutzer am Ende des Chats bei Bedarf verweist.
Diskrete Hilfe bei urologischen Sorgen
Seit rund drei Jahren ist die künstliche Intelligenz (KI) bereits im Einsatz. UroBert begrüßt Ratsuchende empathisch: „Hallo, hier schreibt dein UroBert. Wenn du möchtest, kannst du mit mir über deine urologischen Sorgen reden.“
Daraufhin können Nutzer anonym Fragen zu verschiedensten urologischen Erkrankungen und Therapien stellen. Monatlich führt die KI zwischen 800 und 1.800 Dialoge.
Im Fokus stehen dabei Beschwerdebilder, die auch PTA im Apothekenalltag begegnen: schambehaftete Themen wie Erektionsstörungen, Geschlechtskrankheiten, Inkontinenz oder allgemeine Prostataprobleme.
Arztsuche per Postleitzahl
Ermittelt die KI, dass eine ärztliche Abklärung zwingend notwendig ist, teilt sie dies transparent mit. Ratsuchende können anschließend per Postleitzahl-Abfrage direkt nach einer passenden urologischen Fachpraxis im Gebiet Nordrhein suchen.
Zwar ist UroBert theoretisch von überall abrufbar, die regionale Arztvermittlung greift jedoch nur im entsprechenden Einzugsgebiet. Bei urologie-fremden Symptomen rät der Bot sachgerecht zum Besuch in der Hausarztpraxis.
Beruhigung statt Panikmache
Das Prompting des Chatbots ist gezielt darauf ausgelegt, in der Ersteinschätzung zunächst zu beruhigen, so Stephan-Odenthal. Weiterführende Links leiten ausschließlich auf verlässliche Quellen – wie medizinische Leitlinien – weiter; Social-Media-Inhalte sind strikt ausgeschlossen.
Aus rechtlichen Gründen schließt jedoch jeder Chat mit der Empfehlung ab, ärztlichen Rat einzuholen. Dies ist unter anderem den bislang noch ungeregelten Verantwortlichkeiten beim Einsatz von KI im Gesundheitswesen geschuldet.
Quelle: Uro-GmbH Nordrhein, Ärzte Zeitung