Vitamin D senkt womöglich Asthmarisiko beim Baby
Wie die Ärzte Zeitung berichtet, fanden die Forschenden eine Evidenz von moderater Sicherheit dafür, dass Kinder von Frauen, die während der Schwangerschaft hohe Dosen Vitamin D erhielten, seltener eine pfeifende Atmung entwickeln. Gegenüber keiner Gabe kann auch niedriger dosiertes Vitamin D möglicherweise zur Prävention von Asthma beitragen.
Wird Vitamin D hingegen in der frühen Kindheit gegeben, wirkt sich dies unabhängig von der Dosis wahrscheinlich nur geringfügig auf die Prävention von Asthma oder pfeifender Atmung aus. Die Evidenz sei hier weniger sicher, schreiben die Autorinnen und Autoren.
Erhalten Kinder hochdosiertes Vitamin D, könnte das aber dabei helfen, Atemwegsinfektionen vorzubeugen, schließen die Forschenden auf Basis von sechs Studien mit 2.385 Teilnehmenden).
Ob es durch die Vitamin D-Gabe bei Schwangeren, Stillenden oder jungen Kindern zu unerwünschten Ereignissen kommt, ist weitestgehend unklar.
Die Datengrundlage
Für den Cochrane Review wurden insgesamt 18 randomisiert-kontrollierte Studien ausgewählt. Die Vitamin-D-Dosis und die Häufigkeit der Einnahme reichten in den verschiedenen Studien von 200 IE pro Tag bis zu einer Bolusgabe von 100.000 IE vierteljährlich. Die Dauer der Supplementierung variierte von 28 Tagen bis zu zwei Jahren.
Endpunkte waren kindliches Asthma, pfeifende Atmung, atopische Dermatitis, Atemwegsinfektionen, allergische Sensibilisierung und Atemwegsentzündungen. Die Daten von 16 Studien gingen in die Metaanalyse ein. Das sind Daten von 10.611 gesunden Schwangeren, Stillenden oder Kindern bis zum Alter von fünf Jahren.
Offene Fragen
Insgesamt verhindern kleine Stichprobengrößen, indirekte Studiendesigns, die Heterogenität der Interventionseffekte, ein hohes Verzerrungsrisiko sowie die geringe Anzahl an Studien pro Vergleich, dass die Cochrane-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler eine eindeutige Schlussfolgerung ziehen können. Das gilt insbesondere für Interventionen bei Säuglingen und Kleinkindern.
Und so bleiben noch viele Fragen offen, beispielsweise zum optimalen Zeitpunkt und der Dosis und Dauer der Vitamin-D‑Supplementation zur Vorbeugung von Asthma. Ebenso bleibt offen, ob etwaige Wirkungen bis ins Kindesalter anhalten und ob ein schützender Effekt von Vitamin D in bestimmten Bevölkerungsgruppen stärker ausgeprägt ist – zum Beispiel bei Personen mit Risiko für Vitamin‑D‑Mangel oder mit familiärer Vorgeschichte von Allergien.
Quelle: Ärzte Zeitung