Was ist die Plant Point Challenge?

Die Plant Point Challenge motiviert zu einer vielfältigen pflanzlichen Ernährung. Das Ziel: 30 verschiedene Pflanzen pro Woche essen. Das durch das „American Gut Project“ bekannte Konzept für mehr Pflanzenpunkte soll das Mikrobiom stärken und dadurch die Darmgesundheit positiv beeinflussen.

von Kirsten Bechtold
03.08.2026

Wok-Pfanne mit Gemüseauswahl, zum Beispiel Brokkoli, Babymais, Bohnen, Paprika
© Foto: Nitr / stock.adobe.com
Anzeige
  • Ziel der Plant Point Challenge ist es, pro Woche 30 unterschiedliche pflanzliche Lebensmittel zu essen.
  • Diese hohe Ernährungsvielfalt stärkt wissenschaftlich belegt das Mikrobiom und die Darmgesundheit.
  • Wichtiger als das strikte Zählen der Punkte ist jedoch die generelle Pflanzenvielfalt auf dem Teller.

Was zählt als Plant Point?

  • Obst und Gemüse: Jede Sorte zählt – egal, ob frisch, tiefgefroren, fermentiert, roh oder schonend gegart.
  • Getreide & Pseudogetreide: Vollkornprodukte aus Weizen, Roggen oder Hafer. Auch Hirse, Buchweizen und Quinoa liefern Plant Points.
  • Hülsenfrüchte: Bohnen, Linsen und Kichererbsen punkten doppelt als Nährstoff- und Ballaststoffquellen.
  • Nüsse, Samen und Kerne: Walnüsse, Haselnüsse, Mandeln, Leinsamen sowie Kürbis- und Sonnenblumenkerne werten jede Mahlzeit auf.
  • Kräuter und Gewürze: Ein Teelöffel davon wird je nach Quelle meist mit einem Viertel- oder halben Pflanzenpunkt gewertet.

Wie werden die Pflanzenpunkte gezählt?

Die Punkte werden über eine ganze Woche hinweg gesammelt, wobei jedes Lebensmittel nur ein einziges Mal zählt. Tomaten gelten also stets als ein Plant Point – egal, ob sie montags im Salat und mittwochs in der Nudelsoße landen. Es geht um Diversität, nicht um bloße Menge.

Aktueller Podcast

Besonders effizient können Pflanzenpunkte mit Mahlzeiten gesammelt werden, die clever kombiniert sind. Das Bundeszentrum für Ernährung rechnet vor: Ein Frühstücksmüsli aus Haferflocken, Leinsamen, Walnüssen und einem Apfel bringt bereits vier Plant Points. Eine bunte Gemüsepfanne aus Paprika, Zucchini, Tomaten und Zwiebeln serviert mit Naturreis liefert sogar fünf Punkte.

Addiert man ein belegtes Brot mit Gurke dazu, ergibt das allein an einem Tag schon elf Punkte. In den Folgetagen ist dann Abwechslung gefragt: Banane statt Apfel ins Müsli, ein gemischter Salat anstelle der Gemüsepfanne und Radieschen statt Gurke auf dem Brot.

Was steckt hinter dem Konzept der 30 Pflanzen pro Woche?

Wissenschaftliche Studien belegen: Wer regelmäßig viele verschiedene pflanzliche Lebensmittel isst, erhöht die Vielfalt der guten Bakterien im Darm. Ein solch gesundes Mikrobiom ist entscheidend für eine reibungslose Verdauung und ein starkes Immunsystem.

Wer seinen Speiseplan mit Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Vollkorn, Nüssen und Kräutern füllt, profitiert von einer breiten Palette an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Die simple Faustregel lautet: Je höher die Ernährungsvielfalt, desto optimaler ist der Körper mit unterschiedlichen Nährstoffen versorgt.

Welche Schwächen hat das Punktesystem?

Für viele Menschen ist das Zählen von Plant Points ein spielerischer Ansporn. Andere empfinden solche Trackingsysteme als zusätzlichen Stressfaktor im ohnehin dichten Ernährungsalltag. Zudem sagt die reine Anzahl unterschiedlicher Pflanzen noch nichts über die Gesamtqualität der Ernährung aus (Kalorien, Verarbeitungsgrad).

Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ist deshalb weniger die exakte Punktzahl von 30 entscheidend, sondern die wertvolle Grundbotschaft: Vielfalt auf dem Teller tut gut. Wer im Alltag bewusst häufiger zu unterschiedlichen pflanzlichen Lebensmitteln greift, ist auch ohne ständiges Punktezählen auf einem guten Weg zu einer gesünderen Lebensweise.

Quelle: Bundeszentrum für Ernährung

Kommentar schreiben

Die Meinung und Diskussion unserer Nutzer ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie im Sinne einer angenehmen Kommunikation auf unsere Netiquette. Vielen Dank!

Pflichtfeld *