Wegovy als Tablette: Abda warnt vor Online-Angeboten
- Die Semaglutid-Tablette kommt voraussichtlich im September, doch die ABDA warnt vor unseriösen Online-Verordnungen per Mausklick.
- Um Anwendungsfehler und Magen-Darm-Nebenwirkungen zu minimieren, ist die qualifizierte Aufklärung durch PTA essenziell.
- Vor der Anwendung sind acht Stunden Nüchternheit nötig, danach 30 Minuten Verzicht auf Nahrung und andere Arzneimittel.
Arzneimittel gegen Adipositas wie die neuen Semaglutid-Tabletten sind hochwirksame Medikamente. Abda-Präsident Thomas Preis warnt deshalb ausdrücklich vor Internetportalen, die eine schnelle Verordnung per Mausklick suggerieren: „Wer den Eindruck erweckt, solche Therapien ließen sich per Mausklick organisieren, verkennt die Verantwortung gegenüber den Patientinnen und Patienten.“
Anwendungstipps für den HV
Auf den ersten Blick wirkt die orale Form unkomplizierter als das wöchentliche Spritzen mit einem Pen. Doch die tägliche Einnahme von Wegovy ist an strenge Bedingungen geknüpft, bei denen die Fachkompetenz als PTA oder Apothekerin und Apotheker gefragt ist.
Gesetzliche Krankenkassen erstatten Kosten nicht
Eine Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen ist auch bei der Wegovy-Tablette zunächst nicht zu erwarten: Abnehmmittel gelten hierzulande seit 2004 als Lifestyle-Arzneien und sind laut Sozialgesetzbuch damit keine Kassenleistung. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat dies 2024 formal bestätigt.
Wird Semaglutid stattdessen zur Behandlung von Typ-2-Diabetes verschrieben (Handelsname Ozempic), übernehmen die Krankenkassen die Kosten regulär.
Für die optimale Wirksamkeit gilt: Vor der Einnahme muss eine Nüchternphase von mindestens acht Stunden eingehalten werden. Danach ist für weitere 30 Minuten auf Essen, Getränke und die Einnahme anderer Arzneimittel zu verzichten.
Schon kleine Anwendungsfehler können den Therapieerfolg gefährden und die Nebenwirkungen verstärken. Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen zählen gerade zu Behandlungsbeginn gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen und Erbrechen.
Eine persönliche, qualifizierte Aufklärung in der Apotheke bleibt daher der wichtigste Schutz vor Therapieabbrüchen.
Quelle: Abda