Weiterer Corona-Impfstoff vor der Zulassung

(cnie) Mit dem US-Pharmakonzern Moderna hat ein weiterer Hersteller positive Daten für seinen Corona-Impfstoff vorgelegt. Dieser habe eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent, teilte das Unternehmen am Montag mit. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat das Prüfverfahren für den Impfstoff bereits begonnen.

16.11.2020

Impfstoff
© Foto: Laci Perenyi / picture alliance
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Der Impfstoff mRNA-1273 ist vergleichsweise lange bei normaler Kühlschranktemperatur lagerbar. Man gehe davon aus, dass das Mittel 30 Tage lang bei Temperaturen von zwei bis acht Grad Celsius stabil bleibe, heißt es in einer Moderna-Mitteilung vom Montag. Der Impfstoff könne „bei Temperaturen gelagert und transportiert werden, die üblicherweise in bereits vorhandenen pharmazeutischen Gefrier- und Kühlschränken herrschen“, sagte Juan Andres, technischer Leiter bei Moderna laut dpa. Bei Raumtemperatur bleibe der Impfstoff bis zu 12 Stunden stabil.

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Außerdem hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass sein Impfstoff einen 94,5-prozentigen Schutz vor COVID-19 bieten soll. Die Phase-III-Studie zum RNA-Impfstoff mRNA-1273 von Moderna umfasst insgesamt 30 000 Probanden. Die Hälfte davon hat den Impfstoff erhalten, die andere Hälfte fungiert als Kontrollgruppe und bekommt ein Placebo-Mittel. Insgesamt erkrankten bislang 95 Studienteilnehmer an der Krankheit Covid-19. Davon entfielen nur fünf Fälle auf die tatsächlich geimpften Probanden, 90 Fälle wurden in der Kontrollgruppe diagnostiziert.

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Moderna will in den kommenden Wochen eine Notfallzulassung bei der US-Arzneimittelagentur FDA beantragen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hat ein sogenanntes Rolling-Review-Verfahren zu dem Moderna-Impfstoff begonnen, das eine vergleichsweise rasche Zulassung zum Ziel hat.

Der US-Hersteller Pfizer hatte bereits vergangene Woche zusammen mit seinem deutschen Partner Biontech positive Daten zu seinem Impfstoff vorgelegt. Dieses Mittel muss gefroren bei etwa -70 Grad bis zum Ort des Impfens transportiert werden, wie Pfizer am Dienstag mitteilte. An den Impfzentren könnten nach Angaben des Pharmakonzerns kleine, tragbare Ultra-Niedrig-Temperatur-Gefrierschränke angeschafft werden, die die Haltbarkeit auf bis zu sechs Monate verlängern könnten, hieß es. Nach heutigem Stand könne der potenzielle Impfstoff, sobald er den Ort des Impfens erreicht hat, nicht länger als fünf Tage bei zwei bis acht Grad gelagert werden, so Pfizer.

Quelle: dpa

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