Welt-HPV-Tag: Impfen gegen Krebs und Genitalwarzen

(kib) Die HPV-Impfung schützt nicht nur vor Gebärmutterhals-, Analkrebs und Krebs im Rachenbereich, sondern auch vor unangenehmen Warzen im Intimbereich. Darauf machen die Deutsche Dermatologische Gesellschaft und die Deutsche STI Gesellschaft anlässlich des am 4. März stattfindenden Welt-HPV-Tags aufmerksam.

04.03.2026

11- bis 12-jähriger Junge mit roter Baseballkappe, Pflaster auf dem linken Arm. Er lächelt in die Kamera und zeigt Daumen nach oben.
© Foto: Praewphan / stock.adobe.com
Anzeige

„Über den Schutz vor HPV-Typen zu sprechen, von denen man sicher weiß, dass sie krebserregend sind, ist wichtig. Aber die Viren sind darüber hinaus auch für die Entstehung von Warzen wie den Genitalwarzen verantwortlich“, sagt Professor Norbert Brockmeyer, Dermatologe und Präsident der Deutschen STI Gesellschaft.

Aktueller Podcast

Letztere sind auch unter dem Namen Feigwarzen (Condylomata acuminata) bekannt und gelten als die häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten weltweit. 90 Prozent der Genitalwarzen werden von den Niedrigrisiko-HPV-Typen 6 und 11 verursacht, andere HPV-Typen sind dagegen mit den genannten Krebserkrankungen assoziiert. 

Wie erfolgt die Ansteckung?

Von Feigwarzen sind beide Geschlechter betroffen. Die Übertragung des hochansteckenden Erregers läuft über den Haut-zu-Haut-Kontakt im Genital- oder Rachenbereich. „Kondome bieten nur einen begrenzten Schutz, da die Viren auch über infizierte Hautareale außerhalb des Kondoms übertragen werden können“, erklärt Brockmeyer.

Wie bei allen anderen Warzen gibt es auch bei den Feigwarzen eine Selbstheilungsrate, die Expertinnen und Experten zufolge zwischen 25 und 67 Prozent liegt. Wenn Genitalwarzen nicht von allein verschwinden, ist eine Therapie nötig. Eine solche ist allerdings langwierig und erfordert Geduld seitens der Patientinnen und Patienten.

Impfung schützt vor Genitalwarzen

Schwedische Forscherinnen und Forscher konnten zeigen, dass die Neuerkrankungsrate von Genitalwarzen nach Einführung der HPV-Impfung im Jahr 2006 zurück ging. Wie deutlich, zeigen Daten für den Beobachtungszeitraum 2006 bis 2018. Hier verringerte sich die Inzidenz in den Frauenaltersgruppen wie folgt: 89 Prozent bei den 15- bis 19-Jährigen, 73 Prozent bei den 20- bis 24-Jährigen, 50 Prozent  bei den 25- bis 29-Jährigen und 20 Prozent bei den 30- bis 34-Jährigen. 

Bei den untersuchten Männern wurden ähnliche Muster beobachtet, aber in einem geringeren Maß. Zurückzuführen sind diese Effekte vermutlich auf eine Herdenprotektion, da die Impfung für Jungen/Männer in Schweden erst 2020 eingeführt wurde, heißt es in der Mitteilung.

Vor dem ersten sexuellen Kontakt impfen

„Studien zeigen, dass die höchste Wirksamkeit dann besteht, wenn die Impflinge bei der Impfung HPV-naiv sind“, sagt Brockmeyer. Jungen und Mädchen sollen also noch vor dem ersten sexuellen Kontakt geimpft werden.

Seit 2007 gibt es eine Impfempfehlung für die HPV-Impfung in Deutschland. Erst für Mädchen, dann seit 2018 auch für Jungen. Die Impfquote ist allerdings noch niedrig, so der Experte.

Quelle: Deutsche Dermatologische Gesellschaft

Kommentar schreiben

Die Meinung und Diskussion unserer Nutzer ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie im Sinne einer angenehmen Kommunikation auf unsere Netiquette. Vielen Dank!

Pflichtfeld *