Wie wird man Warzen los?
Warzen (medizinisch: Verrucae) werden in den allermeisten Fällen durch eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) hervorgerufen. Obwohl die gutartigen Hautwucherungen im Laufe der Zeit von selbst abheilen können, verläuft dieser Prozess individuell sehr unterschiedlich. Um eine weitere Ausbreitung oder Ansteckung zu verhindern, lautet die dermatologische Empfehlung: Besser frühzeitig behandeln.
Topische Therapie
Bei kutanen Warzen – also gutartigen Wucherungen der obersten Hautschicht – ist laut Ockenfels, Mitglied der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, Salicylsäure Mittel der ersten Wahl.
Neben Mono- und Kombipräparaten (z. B. mit 5-Fluorouracil) gibt es weitere säurehaltige Mittel, beispielsweise mit Milchsäure. Ziel der topischen Therapie ist es, die befallenen Zellen der obersten Hautschicht wegzubekommen, erläutert der Mediziner im Gespräch mit der Ärzte Zeitung.
Bei der Anwendung dieser Präparate ist Vorsicht geboten. Sie alle können „richtige Löcher in die Haut ätzen“, betont der Experte. Das umliegende, gesunde Gewebe sollte daher stets geschützt werden (z. B. durch das Auftragen von Vaseline oder Zinkpaste).
Wichtig zu wissen: Die Therapien funktionieren mehr oder weniger nach dem Zufallsprinzip: „Es besteht eine 50:50-Chance, dass diese Behandlung funktioniert“, erklärt der Mediziner. Nicht ratsam ist aus seiner Sicht die Therapie mit Harnstoff. Dieser sei nicht stark genug, um die verhornte Barriere einer Warze aufzulösen..
Stickstoff, Laser und Ablation
Eine weitere Möglichkeit, Warzen zu bekämpfen ist die Kryotherapie. Flüssiger Stickstoff lässt durch extreme Kälte das Gewebe innerhalb und um die Warze absterben (Nekrosezone). Nach drei bis vier Behandlungen beträgt die Abheilungsrate 50 bis 70 Prozent.
Dieser Methode steht Ockenfels dem Bericht zufolge allerdings skeptisch gegenüber. Die Vereisungstherapie lasse sich nicht so gut dosieren, dass die Kälteapplikation nur auf die oberste Hautschicht beschränkt wird, erklärt der Mediziner seine Vorbehalte.
Lasertherapie
Spätestens dann, wenn topische Mittel keinen Erfolg bringen und die Warzen nach einem halben Jahr nicht verschwunden sind, sollten Betroffene einen Hautarzt aufsuchen. Mittels Lasertherapie lassen sich Blutgefäße verschließen, sodass die Warze von innen heraus zerstört wird.
Alternativ kann eine Warze auch mittels Elektrokauter oder CO2-Laser abgetragen werden. Die Lasertherapie wird allerdings von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht übernommen.
Vitamin-D-Spiegel bestimmen
Zum Abschluss hat der Dermatologe noch einen Rat: „Denken Sie an das Immunsystem!“ Insbesondere bei Kindern, die immer wieder unter hartnäckigen Warzen leiden, liegt die Ursache oft in einer temporär geschwächten Immunabwehr. In solchen Fällen empfiehlt es sich, den Vitamin-D-Spiegel bestimmen zu lassen und bei einem Mangel gezielt zu supplementieren.
Zudem hat sich ein einfaches, aber effektives physikalisches Hausmittel bewährt:
- Tägliche heiße Fußbäder über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten.
- Die Wassertemperatur sollte dabei knapp unter der persönlichen Schmerztoleranz- beziehungsweise Verbrennungsgrenze liegen.
Hintergrund: Die auslösenden HP-Viren sind extrem hitzeempfindlich. Aber Achtung: Gehen Sie bei dieser Methode äußerst behutsam vor, um Verbrühungen der Haut konsequent zu vermeiden.
Quelle: Ärzte Zeitung