Wortgetüm des Jahres 2026

„Zwei-Faktor-Authentifizierung“ ist das Wortgetüm des Jahres 2026. Eine Jury aus Erwachsenen mit geringer Lese- und Schreibkompetenz kürte den Begriff zum Weltalphabetisierungstag am 8. September in Berlin. Doch warum wurde ausgerechnet dieser Sicherheitsbegriff gewählt?

von Kirsten Bechtold
09.09.2026

Mann mit Laptop und Handy, Icon Schutzschild und Passworteingabe (Symbolbild Internetsicherheit)
© Foto: Garun Studios / stock.adobe.com
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  • Eine Jury aus Menschen mit geringer Lese- und Schreibkompetenz kürte den Begriff anlässlich des Weltalphabetisierungstags in Berlin.
  • 27 Buchstaben, Fremdwortanteile und wechselnde Schreibweisen machen das Wort zu einer Hürde für die digitale Teilhabe.
  • Der Begriff setzte sich in geheimer Abstimmung mit sechs von 16 Stimmen gegen fünf weitere DWDS-Kandidaten durch.

Die Wahl des Wortgetüms findet seit 2025 statt und geht auf eine gemeinsame Initiative der Berliner Alpha-Bündnisse, der Stiftung Grundbildung Berlin und des Digitalen Wörterbuchs der deutschen Sprache (DWDS) der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften zurück. Das Ziel des Projekts: Sprachliche Hürden im Alltag ins öffentliche Bewusstsein rücken und Menschen mit Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben eine Stimme geben.

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Für die Jurymitglieder erwies sich die „Zwei-Faktor-Authentifizierung“ als der Begriff, der ihnen zuletzt als besonders sperrig, unverständlich und hinderlich begegnet ist: Die Länge des Worts – 27 Buchstaben und neun Silben –, unterschiedliche Schreibvarianten, gehäufte Fremdwortbestandteile sowie der fachsprachliche Charakter machen ihn zur Barriere  – und das ausgerechnet bei einer Funktion, die eigentlich Schutz und Sicherheit bieten soll. Dies erschwert die Teilhabe erheblich, insbesondere für Personen ohne hohe IT-Affinität.

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Im Vorfeld hatten die Jurymitglieder sechs vom DWDS anhand umfassender Textanalysen ausgewählte, aktuell gebräuchliche Wörter geprüft und diskutiert. Dabei zeigte sich: Viele dieser Begriffe wirken auf Menschen mit Schwächen beim Lesen und Schreiben wie sprachliche „Türsteher“, die Zugänge im Alltag und im digitalen Raum blockieren.

In einer geheimen Abstimmung vergab jedes Jurymitglied zwei Stimmen. Das Ergebnis fiel eindeutig aus: Mit sechs von 16 möglichen Stimmen setzte sich die „Zwei-Faktor-Authentifizierung“ durch und wurde zum offiziellen Wortgetüm des Jahres 2026 gekürt.

Quelle: IDW

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