Von Beruf PTA

Der PTA-Beruf ist aus der öffentlichen Apotheke nicht mehr wegzudenken. Doch was verbirgt sich hinter diesem vielseitigen und verantwortungsvollen Berufsbild?

von Kirsten Bechtold
09.03.2022

PTA berät Kundin
© Foto: PeopleImages / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell)
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PTA arbeiten unter Aufsicht eines Apothekers. Im Laufe der Jahre hat sich das Aufgabenspektrum einer PTA jedoch enorm verändert und damit auch das Berufsbild. Weg von der reinen Assistenzkraft im Labor und in der Rezeptur läuft heute die Mehrzahl der Kundenkontakte über PTA. Diese haben vielfältige Aufgaben, vor allem im Bereich Selbstmedikation.

Dieser Entwicklung trägt das PTA-Reformgesetz Rechnung. Es ersetzt das das bisherige „Gesetz über den Beruf des pharmazeutisch-technischen Assistenten“.

Insbesondere werden das Berufsbild, der Zugang zu Ausbildung und die Struktur der Ausbildung entsprechend den heutigen Anforderungen geregelt. Die Begrifflichkeiten werden zeitgemäß formuliert.

Der Gesetz zur Weiterentwicklung des Berufsbildes und der Ausbildung der pharmazeutisch-technischen Assistentinnen und pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA-Reformgesetz) ist im Januar 2020 im Bundesgesetzblatt veröffentlich worden. Es tritt zum 1. Januar 2023 in Kraft.

Vor Inkrafttreten des Reformgesetzes begonnene PTA-Ausbildungen werden nach bisherigen Vorschriften weitergeführt und abgeschlossen.

Der lange Weg zum PTA-Beruf

Die Idee, einen pharmazeutischen Assistenzberuf zu schaffen, wurde bereits 1954 in München auf dem Deutschen Apothekertag diskutiert. Erst 1961 kam jedoch eine Mehrheit zustande, die sich für die Einführung aussprach.

Nochmals sieben Jahre vergingen, bis am 18. März 1968 das Gesetz über den Beruf des pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) verkündet wurde; gut drei Jahre später waren die ersten PTA in Apotheken aktiv.

Noch bildet die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung von 1997 die Grundlage der PTA-Ausbildung. Derzeit arbeiten Berufsverbände und die Apothekengewerkschaft Adexa an der inhaltlichen Ausgestaltung der neuen Lerninhalte.

Die Reform

Die Abgabe von Arzneimitteln und Medizinprodukten sowie die fachgerechte Information der Kunden sind zurzeit für die meisten PTA in einer öffentlichen Apotheke der Arbeitsschwerpunkt. Die Herstellung und Prüfung von Arzneimitteln hingegen ist zwar immer noch ein wichtiger Bestandteil, hat jedoch gegenüber der Beratungstätigkeit an Bedeutung verloren.

Dem trägt das PTA-Reformgesetz Rechnung. Ein Schwerpunkt der künftigen Ausbildung liegt auf der der Stärkung der Beratungskompetenz. Die Vermittlung der pharmazeutisch technologischen Kompetenz soll dabei gewährleistet bleiben.

Die Ausbildung dauert weiterhin zweieinhalb Jahre. Sie gliedert sich in einen zweijährigen schulischen Teil und eine halbjährige praktische Ausbildung in einer Apotheke. Die Ausbildung wird mit einer staatlichen Prüfung abgeschlossen.

Während der praktischen Ausbildung in einer Apotheke erhalten die Auszubildenden eine angemessene Vergütung. Dies wird im Ausbildungsvertrag ausdrücklich festgelegt. Die Schulgeld-Frage wird in ein Gesamtkonzept zur Reform der Gesundheitsfachberufe einbezogen.

Mehr Kompetenzen

In der Apothekenbetriebsordnung wird geregelt, dass erfahrenen PTA unter bestimmten Voraussetzungen erweiterte Kompetenzen, beispielsweise das Abzeichnen von Prüfprotokollen, im Apothekenbetrieb übertragen werden können. Eine Vertretung der Apothekenleiterin oder des Apothekenleiters ist weiterhin nicht vorgesehen.

Quelle: ABDA, BVPTA, Adexa, BMG

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