Arbeitsrecht: Was Praktikanten wissen müssen

Nach dem ersten Prüfungsabschnitt müssen angehende Pharmazeutisch-technische Assistenten einen sechsmonatigen praktischen Ausbildungsteil in einer Apotheke absolvieren. Dabei gibt es aus arbeitsrechtlicher Sicht Einiges zu beachten.

von Kirsten Bechtold
21.06.2022

Paragraf und Fragezeichen
© Foto: nmann77 / stock.adobe.com
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Ein Ausbildungsvertrag sollte in jedem Fall, möglichst noch vor Beginn des Praktikums, abgeschlossen werden. In diesem sollten wichtige Inhalte wie die Länge der Probezeit, die wöchentliche Ausbildungszeit, der Urlaubsanspruch und die Höhe der Ausbildungsvergütung schriftlich festgehalten werden.

Probezeit und Kündigung

In der Regel wird eine vierwöchige Probezeit vereinbart. Die Apothekengewerkschaft Adexa weist jedoch darauf hin, dass in einigen Standard-Ausbildungsverträgen geregelt ist, dass man während der Probezeit ohne Einhalten einer Kündigungsfrist (und ohne Angabe von Gründen) jederzeit kündigen kann. Empfehlenswert ist jedoch eine Kündigungsfrist von wenigstens einer Woche zu vereinbaren, wenn man bedenkt, dass eine Praktikantin bei Kündigung von Arbeitgeberseite von heute auf morgen auf der Straße stehen könnte. Die Möglichkeit zur fristlosen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt in jedem Fall erhalten.

Urlaubsanspruch

Der Urlaubsanspruch beträgt ein Zwölftel des Jahresurlaubsanspruches für jeden vollen Monat der Betriebszugehörigkeit.

Geht man vom tariflichen Urlaubsanspruch aus, ergibt sich folgende Berechnung: 

  • 33 (Tage Jahresurlaub): 12 (Monate) x 6 (Monate Praktikum) = 16,5** =  17 Werktage Urlaub. 

Urlaubsanspruch für volljährige Praktikanten ohne Tarifbindung: 

  • 24 (Tage Jahresurlaub): 12 (Monate) x 6 (Monate) = 12 Werktage Urlaub 

**Ergibt sich bei der Urlaubsberechnung eine ungerade Summe, so ist ab 0,5 auf einen vollen Urlaubstag aufzurunden. Ergebnisse unter 0,5 werden in Arbeitsstunden umgerechnet.

Nach Paragraf 17 der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für PTA darf die praktische Ausbildung (einschl. Urlaub!) nicht länger als vier Wochen unterbrochen werden. Die darüber hinausgehende Zeit muss nachgeholt werden. Bezahlt wird in aller Regel nach dem Gehaltstarifvertrag für Apothekenmitarbeiter.

Ein konkreter Anspruch lässt sich allerdings nur bei beiderseitiger Tarifbindung ableiten beziehungsweise aus dem Ausbildungsvertrag, wenn dort die tarifliche Ausbildungsvergütung vereinbart wurde. Andernfalls gilt laut Berufsbildungsgesetz, dass ein Praktikum als Lernverhältnis „angemessen“ vergütet werden muss.

Quelle: Adexa

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