Grundlagen der schulischen PTA-Ausbildung

Die PTA-Ausbildung dauert auch nach dem PTA-Reformgesetz 2,5 Jahre. Die ersten zwei Jahre davon entfallen auf die schulische Ausbildung an einer staatlich anerkannten Lehranstalt für PTA.

von Christoph Niekamp
16.03.2022

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© Foto: Städtische Berufsfachschule für pharmazeutisch-technische Assistenten der Stadt Münster
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Voraussetzung für die Ausbildung ist ein Realschul- oder gleichwertiger Abschluss. Daneben sind gute schulische Leistungen in naturwissenschaftlichen Fächern und Mathematik und Interesse an Themen der Gesundheit und Ernährung von Vorteil. Manuelle Geschicklichkeit, die Fähigkeit zu sorgfältigem und verantwortungsvollem Arbeiten sind ebenso unerlässlich wie Kontaktfreude und Einfühlungsvermögen im Umgang mit Menschen.

In Deutschland gibt es laut BVpta über 80 staatliche und private PTA-Lehranstalten (Berufsfachschulen, Berufskolleg), die eine Ausbildung anbieten. Die schulische Ausbildung dauert derzeit zwei Jahre. Während dieser Zeit ist auch die Famulatur zu absolvieren, ein Apothekenpraktikum von insgesamt 160 Stunden.

Was für Fächer gibt es in der PTA-Schule?

In der Schule erhalten die angehenden PTA Unterricht in Fächern wie Chemie, Galenik, Botanik, Drogenkunde, Arzneimittelkunde, Ernährungskunde, Diätetik und Körperpflegekunde. Daneben werden praktische Übungen zur Untersuchung von Körperflüssigkeiten, Erkennung von Arzneipflanzen, Herstellung verschiedener Arzneiformen sowie zum EDV-Umgang durchgeführt.

Die schulische Ausbildung endet mit schriftlichen, mündlichen und praktischen Prüfungen. An die zweijährige Schulausbildung mit schriftlicher Abschlussprüfung schließt eine weitere halbjährige praktische Ausbildung in einer öffentlichen Apotheke oder Krankenhausapotheke an, die mit einer mündlichen Abschlussprüfung (staatliches Examen) endet.

Schulgeld zahlen

An staatlichen Berufsfachschulen ist die Ausbildung schulgeldfrei, an privaten Bildungseinrichtungen kostet sie für die zweijährige Schulzeit etwa zwischen 3500 und 7000 Euro. Eine Förderung ist nach BAföG durch das Ausbildungsförderungsamt oder bei Umschulungen nach AFG durch das Arbeitsamt möglich.

§ 1 Ausbildung im PTA-APrV

Die Ausbildung für pharmazeutisch-technische Assistentinnen und pharmazeutisch-technische Assistenten umfasst:

1. einen zweijährigen Lehrgang an einer staatlich anerkannten Lehranstalt für pharmazeutisch-technische Assistenten (Lehranstalt),
2. ein Praktikum von 160 Stunden in einer Apotheke,
3. eine Ausbildung in Erster Hilfe von acht Doppelstunden außerhalb der schulischen Ausbildung,
4. eine praktische Ausbildung von sechs Monaten in der Apotheke.

Die Ausbildung schließt mit der staatlichen Prüfung ab.

§ 1, Abs. 1 Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für pharmazeutisch-technische Assistentinnen und pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA-APrV)

PTA-Reformgesetz

Grundlage der PTA-Ausbildung ist bis Ende 2022 noch die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung von 1997. An der Dauer von 2,5 Jahren ändert sich nichts, wenn am 01. Januar 2023 das Gesetz zur Weiterentwicklung des Berufsbildes und der Ausbildung der pharmazeutisch-technischen Assistentinnen und pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA-Reformgesetz) in Kraft tritt. Derzeit arbeiten Berufsverbände und Gewerkschaften daran, den Lehrplan der PTA-Ausbildung nach dem neuen PTA-Reformgesetz umzusetzen.

Selbsttest: Passt der PTA-Beruf zu mir?

Die Gesundheit von Menschen hängt davon ab, ob wir unseren Beruf mit Wissen, Erfahrung und vor allem Sorgfalt ausüben. Wenn Sie die folgenden Fragen mit „Ja“ beantworten können, sollten Sie sich für die PTA-Ausbildung bewerben.

  1. Interessiere ich mich für Pharmazie, naturwissenschaftliche Fächer und Gesundheit?
  2. Kann ich gut erklären und mich gut ausdrücken?
  3. Bin ich kontaktfreudig, habe gerne mit Menschen zu tun und kann mich gut in andere hineinversetzen?
  4. Bin ich manuell geschickt?
  5. Arbeite ich gerne genau und sorgfältig?
  6. Arbeite ich gerne im Team?
  7. Möchte ich Verantwortung übernehmen und möglichst selbstständig arbeiten?

Quelle: Apothekerkammer Nordrhein

Quelle: BVpta, ABDA

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