30.04.2018

PTA des Jahres 2017: Immer am Ball

von Julia Pflegel

Seit Tanja Lorz im Wettbewerb „PTA des Jahres 2017“ siegte, sind mehr als sieben Monate ins Land gegangen. Ihre Begeisterung über den Titel hält bis heute an. Und die für ihren Beruf ist ohnehin riesengroß.

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Mittlerweile ist es Tradition, dass ich mich als Chefredakteurin von DAS PTA MAGAZIN Anfang April in den Zug setze und die Gewinnerin oder den Gewinner des Vorjahres besuche, um ein Interview zu führen. Die mediale Begleitung des Wettbewerbs ist eine sehr schöne Aufgabe, die als Nebeneffekt die geografischen Kenntnisse immens erhöht. In diesem Jahr verschlug es mich nach Ostwestfalen, wo mich Tanja Lorz an einem sonnigen Nachmittag in der Sonnen Apotheke in Delbrück erwartete.

Ich bin ein Fortbildungsjunkie

Auf meine erste Frage, was die Motivation dafür war, sich für den Wettbewerb „PTA des Jahres 2017“ zu bewerben, kam eine eigentlich nicht überraschende Antwort: „Ich bin ein Fortbildungsjunkie“, teilte Tanja mir begeistert mit. „Ich bin, was Fortbildungen betrifft, viel im Internet unterwegs. Es war ein Schietwettertag, es regnete, und ich habe mich umgesehen, welche Themen angeboten werden, die mich interessieren. Dabei bin ich auf die PTA-des-Jahres-Seite gestoßen, habe den Bewerbungsbogen ausgefüllt und abgeschickt. Sofort danach überfiel mich der Gedanke, dass ich das nicht hätte machen sollen. Das kann ja auch Folgen haben.“ Und die gab es tatsächlich, schließlich hat sich die engagierte PTA beim Wettbewerbsfinale auf der Expopharm 2017 in Düsseldorf gegen neun Kandidatinnen erfolgreich durchgesetzt.

Tanja, Wie hast Du Dich nach Deinem Gewinn gefühlt?

TL: Unfassbar war das für mich im ersten Moment. Ich weiß noch, dass ich in der ersten Nacht im Hotel wach wurde und dachte, ich kann das immer noch nicht glauben. Ich habe das gemacht, und bin die Beste gewesen. Der Wahnsinn. Toll war es dann auch, wieder nach Delbrück und in die Apotheke zu kommen. Am darauffolgenden Montag war die Apotheke wegen des jährlichen Katharinenmarktes Delbrück geschlossen. Und ich habe eine Offizinparty mit 45 Leuten geschmissen.

Du liebst Deinen Beruf, das merkt man sehr deutlich. Wie bist Du darauf gekommen, PTA zu werden?

TL: Ich habe in der neunten Klasse ein Schulpraktikum in einer Apotheke gemacht. Danach hat mich der Chef gefragt, ob ich eine Lehre als Apothekenhelferin bei ihm absolvieren möchte. Und nachdem ich damit fertig war, meinte er, ich hätte doch das Potenzial, den PTA-Beruf zu erlernen. Und nach verschiedenen Apotheken bin ich nun seit knapp 18 Jahren in der Sonnen Apotheke. Ich bin von Anfang dabei, war sogar die erste PTA, die eingestellt wurde; habe noch vor der Eröffnung mit Staub geputzt und die Regale eingeräumt.

Ich habe gelesen, dass Du unter anderem eine Ausbildung zur Mineralstoffberaterin nach Dr. Schüßler gemacht hast.

TL: Ja, Fortbildung liegt mir sehr am Herzen. Wir sind eine unglaublich beratungsintensive Apotheke; und alle sehr gut geschult. Das honorieren unsere Kunden auch; ganz häufig endet das Gespräch mit einem Dank für die gute Beratung. Und das Tolle ist, unser Chef bezahlt uns alle Fortbildungen. Ich kenne viele PTA, bei denen ist das nicht so. Eigentlich ist das ein Unding; ich bin sehr froh, dass das bei uns in der Apotheke anders ist.

Und mit Deiner Freude an Fortbildungen steckst Du auch Deine Kolleginnen und Kollegen an?

TL: Genauso ist es. Die Leute anzustecken, so nach dem Motto „Das ist eine kleine Fortbildung, komm doch mit, vielleicht gibt es ja auch einen Snack, auf jeden Fall gibt es Punkte“, das macht mir richtig Spaß. Und meist kommt dann eine Kollegin oder ein Kollege mit.

Der PTA-Beruf ist in diesem Jahr 50 Jahre alt geworden. Du bist seit mehr als 27 Jahren PTA. Was hat sich in Deinen Augen in dieser Zeit verändert?

TL: Im Laufe der Zeit hat sich natürlich viel an den Abläufen in der Apotheke geändert; es ist sehr viel Bürokratie dazugekommen, man muss viele verschiedene Dinge im Blick haben. Was positiv ist: Der PTA-Beruf hat wirklich an Bedeutung gewonnen; das sieht man ja auch daran, dass viele Apotheken händeringend PTA suchen. Leider hinkt die Ausbildungsordnung dieser Entwicklung noch hinterher; hoffentlich ändert sich das künftig.

Hast Du noch Kontakt mit den Finalistinnen vom Wettbewerb „PTA des Jahres“?

TL: Ja, fast mit allen. Wir haben eine Whatsapp-Gruppe, die schon direkt während des Wettbewerbes entstanden ist. Das war richtig gut. Wir haben einen ganz regen fachlichen Austausch. So erfährt man schon mal, wo welche Testkäufe stattgefunden haben; welche Probleme es mit bestimmten Rezepturen gibt und vieles mehr. Das ist sehr lehr- und hilfreich. Eines unserer aktuellen Themen ist die Herstellung von HCT-Kapseln, bei der es immer wieder Schwierigkeiten gibt. Und wir versuchen, das Problem in der Gruppe zu lösen. Dieser Wissensaustausch und die herzliche Stimmung innerhalb der Gruppe sind mir sehr wichtig geworden.

Hast Du Dein Preisgeld schon ausgegeben, und was macht eigentlich das Apothekenevent, das Du auch noch gewonnen hast?

TL: Das mit dem Preisgeld und wofür ich es ausgebe; ist ein Geheimnis; das erzähle ich Dir später mal. Und das Apothekenevent wird aller Voraussicht nach ein Sommerfest sein, genau wissen wir das aber noch nicht. Ich werde berichten!

Jetzt noch schnell bewerben!

Die Bewerbungsfrist für den Wettbewerb „PTA des Jahres 2018“ endet am 31. Mai 2018. Worauf warten Sie also noch? Hier finden Sie die Bewerbungsunterlagen.


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