Entzündete Hundeohren: Allergie?

Eine Kundin kommt mit ihrem Yorkshire-Terrier in die Apotheke. Sie ist besorgt, weil sich ihr Hund Pluto ständig ausgiebig an den Ohren kratzt, seine Pfoten leckt und sich am Bauch beißt. Flöhe sind es nicht, berichtet sie und fragt die PTA, ob sie vielleicht noch eine andere Idee hat, was dem Hund fehlt. Diese tippt auf eine Allergie.

von Eva Bahn
13.10.2022

Hunde
© Foto: crissy2tay / Getty Images / iStock
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Allergisch bedingte Hauterkrankungen kommen bei Hunden immer häufiger vor. Die Ursachen dafür werden kontrovers diskutiert. Oft scheinen Umwelteinflüsse schuld an den Erkrankungen mit dem Leitsymptom Juckreiz zu sein. Hunde zeigen vor allem Allergien vom Soforttyp (Typ I). Symptome treten dabei sehr schnell nach dem Kontakt mit dem Allergen auf. Dazu zählen zum Beispiel Chemikalien, Flohspeichel, Futtermittel, Pollen, Milbenkot oder Schimmelsporen. Möglich sind auch Typ-IV-Reaktionen nach einer Sensibilisierung und wiederholtem Allergenkontakt.

Betroffene Körperstellen

Die PTA betrachtet die Ohren von Pluto etwas intensiver. Ihr fällt auf, dass er viel Ohrenschmalz produziert. Auch möchte er sich nicht am Ohr anfassen lassen, obwohl er das früher sehr gern hatte und Hunde es im Allgemeinen lieben. Plutos Ohren sind zudem überwärmt und gerötet. Das deutet auf eine Otitis externa hin, die häufig mit einer Allergie einhergeht. Neben den Gehörgängen sind bei Hunden mit Allergien folgende Körperstellen häufig betroffen:

  • Gesicht
  • Pfoten (besonders zwischen den Zehen)
  • Achseln und Leisten
  • Ellenbeugen

Weil die PTA an Plutos Bauch außerdem quaddelige und krustige Stellen entdeckt, fragt sie die Kundin, ob sie vielleicht den Liegeplatz von Pluto mit einem neuen Reiniger behandelt hat. Die Kundin verneint das. Sie hat allerdings einen neuen, bunten Teppich aus dem Urlaub mitgebracht, mit dem sie seinen Liegeplatz verschönert hat. Vielleicht, vermutet die PTA, wurde bei der Teppichproduktion ja eine Chemikalie benutzt, die der kleine Terrier nicht verträgt?

Hilfe aus der Apotheke

Probleme mit den Gehörgängen wie bei Pluto, kommen bei einer Futtermittelallergie häufig vor. Die PTA erklärt Plutos Frauchen, dass dies durch eine Ausschlussdiagnostik bestätigt werden kann. Dabei gibt man dem Hund zwei bis drei Monate lang ein neues Futter, das er noch nie zu fressen bekommen hat. Leckerlies mit einer anderen Proteinquelle sind solange verboten. Zum Ausschluss einer Futtermittelallergie empfiehlt sie, Pluto erst einmal auf eine Lamm-/Reis-Diät zu setzen und zu beobachten, ob sich die Symptomatik bessert.

Außerdem empfiehlt die PTA ihrer Kundin, den Teppich vom Liegeplatz zu entfernen. Dann sollte sie Plutos Ohren vorsichtig reinigen und vom Ohrschmalz befreien. Hier gibt es geeignete Präparate speziell für Hundeohren in der Apotheke (z. B. Vetriderm Ohrreiniger f. Hunde/Katzen, Epibac basischer Ohrreiniger Lsg. f. Hunde/Katzen). Die Stellen am Bauch rät sie, zweimal täglich mit einem Wunddesinfektionsmittel zu betupfen. So können sich durch das Kratzen und Beißen keine Infektionen bilden. Zur Nacht sollten die Stellen mit einem lockeren Verband abgedeckt werden. Den Gang zum Tierarzt zur jährlichen Kontrolle und Impfauffrischung, der in der kommenden Woche ohnehin ansteht, will die Kundin nutzen, um die von der PTA erhaltenen Informationen mit dem Experten zu besprechen.

Wer ist besonders anfällig für Allergien?

Bei allergiebedingten atopischen Hauterkrankungen liegt bei etwa zehn bis 15 Prozent der Hunde eine genetische Disposition vor. Es gibt Hunderassen, die besonders anfällig sind. Dazu gehören Schäferhunde, Retriever, Boxer, Bulldoggen, Möpse, Dalmatiner und auch Terrier wie Pluto.

Hintergrundwissen Allergie

Das Immunsystem interpretiert eigentlich harmlose Umweltreize (Allergene) als gefährlich und leitet eine Abwehrreaktion darauf ein. Sowohl der Magen-Darm-Trakt, das Herz-Kreislauf-System, die Atemwege oder auch die Haut können in der Folge spezifische Reaktionen wie allergisches Asthma, Heuschnupfen, Juckreiz und Quaddeln oder Erbrechen, Durchfall und Blähungen zeigen. Diese Reaktionen sind Immunglobulin-E-vermittelt.

Atopie

Darunter wird die genetisch bedingte Neigung verstanden, auf eigentlich harmlose Substanzen oder Reize aus der Umwelt, die eingeatmet oder über die Haut aufgenommen werden, allergisch zu reagieren. Hinter einer Futtermittelallergie können Typ-1- und Typ-IV-Allergien stecken, denn es können sowohl Sofortreaktionen innerhalb von 30 Minuten, als auch Spätreaktionen nach Tagen oder Wochen auftreten.

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