Meine Meinung zählt! Lohnt sich die Inkontinenzversorgung für die Apotheke?

Wir stellen Fragen, Sie antworten: An dieser Stelle lassen wir monatlich unsere Leserschaft zu Wort kommen. Zu alltäglichen Problemen, die die Arbeit in der Apotheke so herausfordernd machen. Diesmal geht es um Inkontinenzversorgung.

30.04.2026

Meine Meinung zählt: Inkontinenzversorgung
© Foto: [M] Andrea Bartsch / Stephan Milk / Benjamin Blatter
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Anja Weber

Apotheke am Stadtbrunnen, Zeulenroda-Triebes

Zur Zeit nicht. Die Lieferverträge lassen wenig Spielraum, wenn man Kassenrezepte bedienen will: Bundesweite Versorgung??? Geringe Versorgungspauschale, und dann soll man noch zwei günstige Produkte anbieten ohne Eigenanteil. Das ist ja so was von lächerlich ...

Aktueller Podcast

PTA Anita Eder


© Foto: Andrea Bartsch

Anita Eder

Kollbach Apotheke, Arnstorf

Die Inkontinenzversorgung sollte nicht nur unter dem Aspekt der Vergütung durch die Krankenkassen oder der Marge einzelner Produkte betrachtet werden. Vielmehr eröffnet sie die Möglichkeit, eine ganze Kundengruppe langfristig an die Apotheke zu binden. Zufriedene Patientinnen und Patienten kommen wieder – und oft auch deren Angehörige. Als PTA schätze ich es sehr, mir die nötige Zeit für eine individuelle Inkontinenzberatung zu nehmen. Dabei geht es auch darum, sinnvolle Zusatzprodukte zu empfehlen und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Diese ganzheitliche Betreuung ist aus meiner Sicht ein klarer Mehrwert für die Kundinnen und Kunden und für die Apotheke.

Gitte Widl

St. Wolfgang Apotheke, St. Wolfgang

Die wenigen, die wir versorgt haben, haben sich wirklich NUR diese Produkte holen lassen oder wir haben sie vor die Haustür gestellt. Die übrigen Rezepte wurden anderswo eingelöst. Das hat uns so geärgert, dass wir die Inkontinenzversorgung heuer eingestellt haben.

PTA Nilgün Kanal


© Foto: Stephan Milk

Nilgün Kanal

Apotheke am Kämertor, Kamen

Finanziell lohnt es sich absolut nicht, und es erfordert sehr viel Platz in der Apotheke. Dennoch bieten wir es in unserer Apotheke an, um den Kunden den vollständigen Service anzubieten.

Karin Kober

Grüne Apotheke, Wendlingen

Meiner Meinung nach nicht. Die Krankenkassen mit ihren Kostenübernahmepreisen decken kaum den realistischen Bedarf ab. Laut Vertrag muss man die Inkontinenzversorgung dann auch noch liefern. Die Abrechnung ist jeden Monat mit viel Zeitaufwand zu bewältigen. Die Krönung: eine bestehende Genehmigung ist nicht über den ganzen Versorgungszeitraum gültig und muss erneut genehmigt werden.

Bettina Mehling

Ludwigs Apotheke, Neu-Ulm

Nein, wie wollen Sie jemanden mit Inkontinenzprodukten versorgen, der komplett inkontinent ist (Schlaganfall, Pflegefall) mit einer Pauschale von rund 18 Euro... Bei der Krankenkasse sagte man mir, das sei für die Apotheke eine Mischkalkulation.

PTA Birgit Schlecht


© Foto: Benjamin Blatter

Birgit Schlecht

Langenwand-Apotheke, Albstadt

Es lohnt sich nur, wenn man gute Konditionen bekommt. Wir haben viele Produkte, teils in großen Mengen an Lager. Das ist auch viel Geld. Wir dachten, die Kundenbindung wird besser. Es kommen aber auch Kunden, die sagen, dass sie die Inkontinenzprodukte bei uns holen, den Rest in „ihrer“ Apotheke. Es ist ein großer Aufwand mit der ganzen Bearbeitung. Unterm Strich ist nicht mehr viel verdient.

Siegrid Striefler

Stadt-Apotheke, Creglingen

Die Kunden sind extrem dankbar, wenn sie über die Apotheke mit Inkontinenzartikeln versorgt werden. Und wenn man sie noch berät, steigt die Dankbarkeit auf der Skala noch weiter.

Ilma Sikira

Apotheke am Fredenberg, Salzgitter

Ich würde sagen, ja. Ich arbeite in einer Apotheke, wo in der Nähe ein Altenheim ist, und viele Rentnerinnen und Rentner wohnen. Wir haben auch eine große Auswahl von Tena- Inkontinenzprodukten.

Nell Klauß Rosen

Apotheke im Center, Hattersheim

Es ist unglaublich aufwendig. Wir haben Inkontinenzversorgung angeboten. Es war ein hoher bürokratischer Aufwand, Lagerplatz und der Preis, den die Kasse am Ende gezahlt hat... lächerlich. Dadurch ständig mit den Kunden diskutieren über die Grundversorgung und die entsprechenden Mehrkosten. Wirklich nicht schön. Aber am Ende haben die Kunden gelitten, da sie sich wieder einen neuen Dienstleister suchen mussten. Die Krankenkassen helfen kaum. Tat schon weh.

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