Die Rezeptur-Frage: Wie werden Kapseln richtig etikettiert?

Die Kapseln sind fertig hergestellt, nun muss noch das Etikett gedruckt werden. Was muss da alles draufstehen? Rezepturprofi Sarah Siegler aus unserem PTA Beirat erläutert, was Sie beim Etikettieren von Individualrezepturen beachten müssen.

von Sarah Siegler
29.05.2026

Kapseln herstellen
© Foto: Sarah Siegler
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Die Antwort

Das Etikett muss, wie bei allen Rezepturarzneimitteln, Paragraf 14 der Apothekenbetriebsordnung entsprechen. Es muss gut und dauerhaft lesbar sein. Neben dem Namen des Kunden sind auch die Art der Anwendung mit Darreichungsform und eine korrekte Gebrauchsanweisung auf dem Etikett aufzubringen. Herstellungsdatum und Verwendbarkeitsfrist mit Tag, Monat und Jahr dürfen ebenfalls nicht fehlen.

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Zudem ist die komplette Adresse der abgebenden Apotheke und, falls abweichend, auch die der herstellenden Apotheke inklusive Telefonnummer darauf zu vermerken. Die Wirkstoffe müssen pro Kapsel nach Art und Menge aufgelistet werden, sowie alle Hilfsstoffe nach der Art. Auch alle Bestandteile des Füllmittels müssen namentlich aufgeführt werden. Wird ein Fertigarzneimittel verwendet, ist dessen Bezeichnung zu nennen.

Sollen die Kapseln geschluckt werden, sind neben der Gesamtstückzahl die einzelnen Bestandteile der Kapselhülle zu deklarieren. Dienen die Kapselhüllen lediglich als Sekundärpackmittel, etwa in der Pädiatrie, wo sie oft geöffnet und dann verworfen werden, ist das nicht nötig. Ferner sind noch Hinweise auf besondere Vorsichtsmaßnahmen aufzubringen, wie „verschreibungspflichtig“, „vor Licht geschützt lagern“ oder „sachgerecht entsorgen“. Diese Informationen können mit einem Begleitdokument beigelegt werden, wenn auf dem Etikett nicht genug Platz dafür vorhanden ist.

Video: Etiketten richtig beschriften

Rat der Expertin

Wahrscheinlich kennen Sie alle die Kunden, die mit verschmierter Uraltkruke inklusive unlesbarem Etikett in die Apotheke kommen und genau diese individuelle Rezeptur, die vielleicht sogar noch aus einer anderen Apotheke stammt, hergestellt haben möchten.

Da auf dem Etikett kaum etwas zu erkennen ist, werden hellseherische Fähigkeiten oder zumindest umfängliche Recherchearbeiten vor der Herstellung nötig. Auch bei einer Wiederverordnung durch den Arzt schleichen sich wegen Unleserlichkeit des Etiketts schnell Verordnungsfehler ein. Um vorzubeugen und für dauerhaft lesbare Rezepturetiketten zu sorgen, empfehle ich, nicht nur bei Kapseln, Foliendrucker (z. B. von Epson), die das Etikett gleich auf die nötige Größe automatisch zuschneiden.

Diese Etiketten können Sie, da sie spülmaschinengeeignet und bunt bedruckbar sind, auch auf Standgefäße aufbringen. Somit sparen Sie sich den Einkauf teurer Aufkleber und sind flexibel, wenn sich die Gefäßgröße ändert. Bei der Verwendung von handelsüblichen Thermodruckern (z. B. von Dymo) ist die Lesbarkeit der Etiketten begrenzt, trotz wasserfester Überetiketten verblasst die Schrift meist schnell.

Sarah Siegler ist PTA und Mitglied im PTA Beirat von DAS PTA MAGAZIN. Sie unterzieht die in der Serie Rezeptur vorgestellten Rezepturen dem Praxistest. Hier gibt sie Tipps zu Ausgangsstoffen und möglichen Herstellungsproblemen.

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