31.08.2019

Rhinologika: Bloß kein Schnupfen

von Dr. Claudia Bruhn

Fließschnupfen, verstopfte Nase oder Druckkopfschmerz können Betroffene stark beeinträchtigen. Rhinologika und Sinusitismittel beseitigen zwar nicht die Ursachen, lindern aber die belastenden Symptome.

© imagesmithstudio / Getty Images (Symbolbild mit Fotomodell)

Originalartikel als PDF


  • Rhinologika werden zur symptomatischen Behandlung von infektiösem und allergischem Schnupfen eingesetzt.
  • Die Darreichungsformen sind sehr vielfältig und reichen von lokal anzuwendenden Tropfen, Dosiersprays, Salben und Spülungen bis hin zu oralen Formen wie Tabletten, Weichkapseln und Pulvern.
  • Bei infektiösem Schnupfen werden am häufigsten alpha-Sympathomimetika eingesetzt, bei allergischer Rhinitis H1-Antihistaminika und Cortison-Nasensprays.
  • Substanzen zur Nasenpflege wie Hyaluronsäure, Dexpanthenol und Ectoin eignen sich für jede Schnupfenart.

Der Volksmund witzelt: Unbehandelt dauert ein Schnupfen eine Woche, mit Medikamenten sieben Tage! Das trifft jedoch nur auf den Erkältungsschnupfen zu, der beispielsweise durch Rhino- oder Coronaviren ausgelöst wird. Eine allergische Rhinitis kann – je nach verursachendem Allergen – viel länger als eine Woche andauern.

Rhinologika werden zur symptomatischen Behandlung von infektiösem oder allergischem Schnupfen eingesetzt. Den größten Anteil bilden lokal anzuwendende, rezeptfreie Präparate. Frühzeitig eingesetzt, erhöhen sie nicht nur die Lebensqualität. Durch Wirkungen wie Sekretverflüssigung, Öffnung der Nasennebenhöhlen und Bekämpfen von Entzündungen können sie die Schleimhaut auch vor einer bakteriellen Superinfektion schützen.

Jetzt herunterladen!

Den Fragebogen zur Zertifizierten Fortbildung "Rhinologika" können Sie sich hier zum Einlesen herunterladen.

Lokaltherapie

Zur Lokaltherapie von infektiös oder allergisch bedingtem Schnupfen können Nasentropfen oder Nasensprays empfohlen werden. Bei akutem, viral bedingtem Schnupfen kommen alpha-Sympathomimetika, ätherische Öle oder Pflanzenauszüge zum Einsatz. Eine allergische Rhinitis kann in der Selbstmedikation mit Cromoglicinsäure, Azelastin, Levocabastin sowie Cortison-Nasensprays mit Beclometason, Mometason oder Fluticason behandelt werden. Verschreibungspflichtig sind Budesonid, Dexamethason, Flunisolid und Triamcinolonacetonid. Auch homöopathische  Rhinologika sowie verschiedene Produkte zur Nasenpflege sind empfehlenswert.

alpha-Sympathomimetika

Topische alpha-Sympathomimetika mit den Wirkstoffen Oxymetazolin, Xylometazolin und Tramazolin sind die am häufigsten eingesetzten Rhinologika bei akutem Schnupfen. Ihre abschwellende Wirkung auf die Nasenschleimhaut beruht auf einer Konstriktion (Verengung) der dortigen Blutgefäße. Sie sind in angepassten Dosierungen für alle Altersgruppen verfügbar. Für Kinder unter zwei Jahren gibt es sie nur als Tropfen. alpha-Sympathomimetika dürfen nicht häufiger als dreimal täglich und nicht länger als sieben Tage angewendet werden, da sich sonst eine chronische Schwellung der Nasenschleimhaut (Rhinitis medicamentosa) sowie eine Atrophie der Nasenschleimhaut entwickeln können. Für das Entstehen einer Rhinitis medicamentosa gibt es verschiedene Hypothesen. Eine besagt, dass die ständige Stimulation von alpha-Rezeptoren an den Blutgefäßen zur Gewöhnung führt, das heißt, die Wirkung des Arzneimittels lässt nach. Die Nasenschleimhaut kann aber nicht mehr von allein abschwellen. Um das Symptom „verstopfte Nase“ zu lindern, muss dann immer neuer Wirkstoff zugeführt werden, was in einen Teufelskreis und in Abhängigkeit führt.

Kombinationen-- alpha-Sympathomimetika sind als Monopräparate oder in Fixkombination mit Substanzen zur Nasenpflege sowie mit antiallergischen Wirkstoffen verfügbar.

Cromoglicinsäure/H1-Antihistaminika

Cromoglicinsäure lindert Heuschnupfensymptome, indem sie die Membran von bestimmten Immunzellen, den Mastzellen, stabilisiert. Dadurch wird die Freisetzung von Histamin und anderen Botenstoffen, die die typischen Heuschnupfensymptome verursachen, behindert. Azelastin und Levocabastin hemmen die Wirkung von Histamin an H1-Rezeptoren kompetitiv.

Kortikoid-Nasensprays

Beclometason, Budesonid, Dexamethason, Flunisolid, Fluticason, Mometason und Triamcinolonacetonid werden als Nasensprays zur Linderung von Symptomen der allergischen Rhinitis eingesetzt. Sie wirken hauptsächlich antientzündlich, abschwellend und juckreizlindernd. Beclometason, Mometason und Fluticason sind auch für die Selbstmedikation bei Erwachsenen zugelassen. Da die volle Wirkung erst im Laufe der ersten zwei bis drei Behandlungstage einsetzt, kann zu Beginn mit einem alpha-Sympathomimetikum kombiniert werden.

English for PTA

Lesen Sie ergänzend und thematisch passend zu unserer zertifizierten Fortbildung unseren englischen Beitrag "Help for the Swollen Nose". 

Pflanzliches

Einige Lokaltherapeutika gegen infektiös bedingten Schnupfen enthalten Pflanzenauszüge und/oder ätherische Öle. So können beispielsweise Thymian-, Eukalyptus-, Rosmarin- und Minzöl die Nasenatmung verbessern und das Sekret verflüssigen, Aloe-vera-Extrakt befeuchtet die Nasenschleimhaut. Campher und Menthol wirken in Nasensprays schleimlösend und desinfizierend. Zubereitungen mit diesen Stoffen dürfen nicht bei Kleinkindern angewendet werden. Sind auch die Nasennebenhöhlen entzündet und treten infolgedessen Druckkopfschmerz und Gesichtsschmerzen auf, können ätherische Öle die Nasennebenhöhlen öffnen, den Sekretabfluss verbessern und die auftretenden Schmerzen reduzieren.

Inhalieren

Zur Verbesserung der Nasenatmung können auch Inhalationen eingesetzt werden. Die einfachste Methode ist das Übergießen eines Fertiginhalats mit Inhaltsstoffen wie Eukalyptusblätter-, Kiefern- oder Fichtennadelöl mit heißem Wasser und das Einatmen der Dämpfe. Für die Anwendung unterwegs sind Tascheninhalatoren mit Pfefferminz-, Eukalyptus- und/oder Fichtennadelöl, Levomenthol und Campher verfügbar.

Noch was ...

  • In der kalten Jahreszeit ist die Luft meist trocken, was sich negativ auf die Nasenschleimhaut auswirkt.
  • Idealerweise liegt die relative Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent. Diese Werte lassen sich mit dem richtigen Lüften auch im Winter erreichen.
  • Dreimal am Tag sollten die Fenster für fünf Minuten weit geöffnet werden. Diese Methode nennt sich Stoßlüften.
  • Kalte Luft kann Feuchtigkeit nicht gut aufnehmen, deshalb sollte nicht zuviel davon in den Raum hinein gelassen werden.

Systemische Therapie

Systemische Rhinologika können angewendet werden, wenn die lokale Wirkung nicht ausreicht oder die Patienten eine orale Anwendung bevorzugen.

alpha-Sympathomimetika

Die oral anzuwendenden alpha-Sympathomimetika Pseudoephedrin und Phenylephrin sind mit schmerzstillenden und fiebersenkenden Wirkstoffen wie Acetylsalicylsäure, Paracetamol oder Ibuprofen kombiniert. Pseudoephedrin und Phenylephrin sind für Hypertoniker nicht geeignet, da sie durch Vasokonstriktion im Körper zum Blutdruckanstieg führen können.

H1-Antihistaminika

Wünscht ein Kunde gegen Heuschnupfensymptome ein orales Mittel, sind in der Selbstmedikation Präparate mit Cetirizin und Loratadin empfehlenswert. Die älteren Antihistaminika Clemastin und Dimetinden werden nur noch selten eingesetzt, da sie auch an zentralen His- taminrezeptoren angreifen und deshalb als Nebenwirkung starke Müdigkeit und Schläfrigkeit hervorrufen können. Bei Cetirizin und Loratadin treten diese Nebenwirkungen nur selten auf, beziehungsweise sind schwach ausgeprägt. Seit April diesen Jahres ist auch Levocetirizin in der Selbstmedikation verfügbar.

Arzneimittel gegen Sinusitis

Wenn zu den „normalen“ Schnupfensymptomen noch Beschwerden wie Kopf- und Gesichtsschmerzen, ein Druck im Nasenbereich, das Gefühl einer stark verstopften Nase hinzukommen, sind auch die Nasennebenhöhlen, einschließlich der Stirnhöhlen, betroffen. Dafür wird der Begriff Rhinosinusitis verwendet. Häufig halten die Beschwerden auch länger als die infektiöse Rhinitis selbst an (10 d bis max. 12 Wo.). In den meisten Fällen ist eine Rhinosinusitis viral bedingt, sodass keine Antibiotika notwendig sind. Empfehlenswert sind sekretlösende pflanzliche Mono- und Kombinationspräparate mit Myrtenöl und/oder Cineol in verschiedenen Darreichungsformen (Kapseln, Weichkapseln, Einreibung) sowie Kombinationspräparate aus Eisenkraut, Enzianwurzel, Sauerampferkraut, Holunderblüten und Primelblüten (z. B. als Tabletten oder Saft).

Nasenpflege

Zur Pflege der von Allergenen oder Viren geplagten Nase sind in den letzten Jahren viele neue Präparate auf den Markt gekommen. Darunter befinden sich zahlreiche Medizinprodukte, die beispielsweise auch in Drogeriemärkten angeboten werden. Die Apotheke kann mit einer guten Beratung überzeugen, die dem Anwender erklärt, wann welche Inhaltsstoffe besonders geeignet sind. Reinigende und pflegende Rhinologika können über einen längeren Zeitraum angewendet werden. Zu anderen Nasalia muss ein Abstand von mindestens 30 Minuten eingehalten werden.

Reinigung

Salzmischungen (Meersalz, natürliches Emser Salz, Mischung aus Natrium-, Kalium- und Calciumchlorid) können für Nasenspülungen eingesetzt werden, um Krankheitserreger, Allergene und Schmutzpartikel zu entfernen. Nasenspülsalze zur Anwendung in einer Nasendusche löst man vor der Anwendung in lauwarmem Leitungswasser.

Sprühlösungen-- Nasalia mit Lösungen von Natriumchlorid, Meersalz oder mit Meerwasser befeuchten die Nasenschleimhaut nach einem physikalischen Prinzip. Sekret wird verflüssigt und kann leichter abfließen, außerdem wird die Nasenschleimhaut befeuchtet. Präparate mit hypertonen Salzlösungen führen außerdem zu einer leichten Abschwellung der Nasenschleimhaut, weil dieser durch den höheren osmotischen Druck der Sprühlösung Wasser entzogen wird.

Pflege

Zur Pflege der beanspruchten Nasenschleimhaut können Produkte mit Dexpanthenol, Hyaluronsäure, Ectoin, fetten Ölen sowie den Vitaminen A und E eingesetzt werden.

Dexpanthenol-- Dexpanthenol ist eine Vitaminvorstufe, die im Körper in Vitamin B5 umgewandelt wird. Es kann gut in die Haut und in die Schleimhaut eindringen. Dort fördert Dexpanthenol die Zellneubildung und wirkt entzündungshemmend. In der Nase kann die Substanz die Heilung einer wunden und rissigen Nasenschleimhaut fördern.

Hyaluronsäure-- Der Vielfachzucker Hyaluronsäure kommt in vielen menschlichen Geweben, zum Beispiel in der Schleimhaut und im Glaskörper des Auges, vor. Hyaluronsäure kann viel Wasser binden. Als Inhaltsstoff von Nasensprays hat sie die Eigenschaft, die Schleimhaut lang anhaltend zu befeuchten und deren Selbstreinigung zu unterstützen. Damit kann die Nasenatmung bei Schnupfen erleichtert werden.

Ectoin-- Ectoin ist ein Molekül, das von Bakterien gebildet wird, die in stark salzhaltigen Gewässern leben. Es dient ihnen als Schutzstoff und Stabilisator von Zellbestandteilen. Nach der Anwendung eines ectoinhaltigen Nasensprays bildet der Wirkstoff einen Hydrokomplex auf der Nasenschleimhaut, der diese beruhigt, befeuchtet und schützt.

Nasenöl-- Ätherische Öle wie Eukalyptus-, Thymian- oder Minzöl in Nasalia dienen der Erleichterung der Nasenatmung, Orangen- und Zitronenöl verleihen den Produkten einen angenehmen Geruch. Dagegen sollen fette Öle wie Sesamöl die Nase pflegen. Sie können auch zur schonenden Entfernung von bestehenden Krusten und Borken verwendet werden.

Wichtig-- Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) hatte 2016 in einer Meldung vor Risiken bei der Anwendung von öligen Nasalia gewarnt. Der Grund: Werden diese Zubereitungen beispielsweise bei Säuglingen und Kleinkindern, liegenden Patienten oder Patienten mit Magen-Darm-Krankheiten oder mit Schluckstörungen angewendet, könnten kleinste Fetttröpfchen eingeatmet werden und zu einer Lungenentzündung führen (Lipidpneumonie). Deshalb sollten Nasenöle möglichst nur kurzfristig und nicht bei Kindern angewendet werden. Bei einer verstopften Nase oder einer Rhinosinusitis sind diese Mittel ungeeignet. Sehr trockene Schleimhäute oder Verkrustungen nach einem chirurgischen Eingriff können Indikationen für Nasenöle sein. Hierbei sollte der Arzt über die Anwendung informiert sein und regelmäßige Verlaufskontrollen durchführen.

Retinol-- Retinolpalmitat (Vitamin A) fördert die Neubildung von Zellen in der Haut und in der Schleimhaut. In Nasensalben angewendet, kann es die Wundheilung nicht nur in der Nase, sondern auch im beanspruchten Bereich zwischen Oberlippe und Naseneingang unterstützen.

Homöopathika

Zur Behandlung von Rhinitis, Sinusitis und allergischem Schnupfen können auch Homöopathika eingesetzt werden. Es sind verschiedene lokal und oral anzuwendende Präparate sowie einige Injektionslösungen verfügbar. Tropfen können mit etwas Flüssigkeit vermischt eingenommen werden. Für eine optimale Wirkung sollten Patienten sie vor dem Schlucken eine Zeitlang im Mund behalten.

Erstverschlimmerung-- Bei homöopathischen Arzneimitteln können sich die Beschwerden vorübergehend verschlimmern (Erstverschlimmerung). Solange diese Phase andauert, sollte das Mittel nicht eingenommen und der Arzt oder Homöopath, der es verordnet hat, konsultiert werden. Eventuell wird dieser eine andere Potenz wählen. Auch homöopathische Arzneimittel sollten ohne ärztlichen Rat nicht über längere Zeit angewendet werden.

grafik_dpm_fobi_092019

Anwendungsgebiete

Die Anwendungsgebiete der Mittel leiten sich von den homöopathischen Arzneimittelbildern ab. Bei Schnupfen bestehen oft mehrere Symptome nebeneinander. So können Patienten beispielsweise unter Fließschnupfen und gleichzeitig – infolge häufigen Naseputzens – unter entzündeter Nase leiden. Dann sind homöopathische Kombinationen empfehlenswert, die gleichzeitig auf mehrere Symptome wirken.

Heuschnupfen-- Zu den Hauptmitteln bei allergischer Rhinitis zählen Luffa operculata, Allium cepa, Galphimia und Euphrasia. Euphrasia ist insbesondere bei starker Augenbeteiligung empfehlenswert, Luffa operculata sowohl bei Fließschnupfen als auch bei Stockschnupfen, Allium cepa bei wunder und juckender Nase. Leitsymptome von Galphimia sind beispielsweise tränende, juckende Augen, Fließschnupfen und Niesanfälle. Bei Komplexmitteln sollte mit der Einnahme schon einige Tage vor dem erwarteten Pollenflug begonnen werden

Rhinitis-- Bei nicht allergischem Schnupfen kann bei verstopfter Nase, die besonders nachts belastend ist, Nux vomica ein geeignetes Mittel sein.

Sinusitis-- Kalium bichromicum ist in vielen homöopathischen Kombinationspräparaten enthalten, die bei Sinusitis wirksam sein können. Das Mittel kann bei Druckschmerz an der Nasenwurzel und im Bereich von Wangenknochen und Stirn hilfreich sein.

Sonderfälle

Nicht alle Nasensprays, die in der Apotheke abgegeben werden können, sind für die Anwendung bei Schnupfen, allergischer Rhinitis oder Sinusitis bestimmt. Einige Nasalia werden beispielsweise bei Migräne, sehr starken Schmerzen, als Antidiuretikum oder als Grippeimpfstoff angewendet. Die nasale Applikation ist in diesen Fällen besonders vorteilhaft, weil der Wirkstoff durch die sehr gut durchblutete Nasenschleimhaut rasch ins Blut gelangen kann.

Triptane

Die beiden Triptane Sumatriptan und Zolmitriptan sind auch als rezeptpflichtige Nasensprays erhältlich. Sie können zur akuten Behandlung von Migräneanfällen mit oder ohne Aura eingesetzt werden, Zolmitriptan zusätzlich bei Clusterkopfschmerz.

Desmopressin

Desmopressin ist chemisch verwandt mit Vasopressin, das unter anderem in der Niere den Harn durch Entzug von Wasser aufkonzentriert. Bei einem Vasopressin-Mangel, zum Beispiel nach einem Schädel-Hirn-Trauma oder einer Operation im Bereich der Hypophyse, wo Vasopressin gebildet wird, kommt es zu einem starken Wasserverlust über den Harn (Polyurie) und übermäßig starkem Durst. Desmopressin gleicht den Vasopressin-Mangel aus.

Fentanyl

Das Opioid-Analgetikum Fentanyl wird Patienten verabreicht, die unter chronischen Tumorschmerzen leiden und bereits eine Basis-Schmerztherapie mit Opioiden erhalten. Das Fentanyl-Nasenspray wird angewendet, wenn zusätzliche, sehr starke Schmerzen (Durchbruchschmerzen) auftreten.

Grippeimpfstoff

Bei Kindern ab einem Lebensalter von 24 Monaten und Jugendlichen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr kann zur Influenza-Prophylaxe ein nasaler Impfstoff zum Einsatz kommen.

Richtige Anwendung

Bei der Anwendung von flüssigen und halbfesten Rhinologika sind zwei Aspekte besonders wichtig: die Gewährleistung einer guten Verteilung der Wirkstoffe auf der Nasenschleimhaut und die hygienische Handhabung.

Kontaminationsgefahr

Bei der Anwendung von Nasalia besteht die Gefahr, dass Keime (z. B. Rhinoviren) von der Nasenschleimhaut in Teile der Applikatoren gelangen und später zu einer erneuten Infektion führen. Deshalb sollte die PTA Kunden in der Beratung bestimmte Hygieneregeln mit auf den Weg geben. Bei Nasensprays sollte der Anwender die Applikatorspitze nach jedem Gebrauch mit einem Papiertaschentuch abwischen oder unter fließendem Wasser abspülen. Bei Nasentropfen wird die Tropfpipette nach dem Ein- tropfen solange zusammengedrückt gehalten, bis sie komplett aus der Nase gezogen worden ist. Vor dem Zurückstecken in das Nasentropfenfläschchen muss sie komplett entleert werden. Auch hier ist das Abspülen mit heißem Wasser sinnvoll, alternativ das Abwischen mit einem Papiertaschentuch. In gleicher Weise sollten die Applikatorspitzen von Nasensalben nach der Anwendung gereinigt werden. Die Tube ist nach Gebrauch sorgfältig zu verschließen. Generell dürfen alle Nasalia jeweils nur von einer Person benutzt werden.

Aufbrauchfristen-- Die Aufbrauchfristen nach Anbruch sind auf den Etiketten, den Verpackungen und/oder der Packungsbeilage vermerkt. Es ist empfehlenswert, das Anbruchsdatum auf dem Behältnis zu notieren.

Konservierungsmittel-- Viele Nasalia kommen heute ohne Konservierungsmittel aus, da Systeme wie COMOD ® oder 3K ® die Kontaminationsgefahr verringern. Der Verzicht auf Konservierungsmittel wie Benzalkoniumchlorid ist vorteilhaft, da diese die Flimmerhärchen und die Nasenschleimhaut schädigen können.

Nasentropfen

Vor der Anwendung von Nasentropfen muss die Nase durch Schnäuzen von angesammeltem Sekret gereinigt werden. Damit sich möglichst viel Wirkstoff auf der Nasenschleimhaut verteilen kann, sollte der Kopf während des Eintropfens weit nach hinten geneigt werden, dabei wird durch die Nase eingeatmet. Direkt anschließend beugt der Patient Kopf und Oberkörper kurzzeitig nach vorne. Damit wird ein Abfließen der Lösung in den Rachen verzögert.

Dosiersprays

Beim Einsprühen von Dosiersprays sollte der Oberkörper in nahezu aufrechter Position bleiben. Der Kopf kann leicht nach vorn oder hinten geneigt werden. Der Patient hält den Sprühkopf so, dass die Lösung in die Mitte des Nasenlochs gelangt und atmet während des Sprühens ein. Insbesondere bei Cortison-Nasensprays ist ein Sprühen gegen die Nasenscheidewand zu vermeiden, weil das Risiko besteht, dass diese beschädigt wird. Stattdessen wird der Sprühstoß Richtung Nasenflügelinnenseite gerichtet. Leichter geht das, wenn der Patient die rechte Hand für das Einsprühen in das linke Nasenloch verwendet und umgekehrt. Während bei Nasentropfen die Tropferspitze nur etwa einen halben Zentimeter tief eingeführt werden sollte, ist bei Nasensprays etwa ein Zentimeter vorteilhaft. Der Grund: Der Sprühnebel würde sonst von den feinen Härchen am Naseneingang zurückgehalten.

Nasensalben

Nasensalben werden möglichst tief in das Nasenloch eingeführt. Anschließend massiert man die Nasenwände von unten nach oben leicht. Die Tubenspitze muss anschließend mit einem Papiertaschentuch oder mit heißem Wasser gereinigt werden. Salben, die sowohl für die Anwendung als Nasen- und als Augensalbe auf dem Markt sind, dürfen jeweils nur für eines der beiden Sinnesorgane eingesetzt werden.

Nasenspülung

Bei Nasenspülungen beugt der Patient den zur Seite gedrehten Kopf über ein Waschbecken. Dann öffnet er den Mund so weit wie möglich und setzt das Spülgefäß an ein Nasenloch an. Idealerweise umspült die Lösung die Nasenscheidewand und läuft aus dem anderen Nasenloch wieder heraus. Gelangt Spüllösung in den Rachenraum, sollte sie möglichst nicht geschluckt, sondern ausgespuckt werden.

Grenzen der Selbstmedikation

Kein Fall für die Selbstmedikation ist ein akuter Schnupfen, bei dem zusätzlich eitriges Nasensekret, Kopf- oder Ohrenschmerzen und/oder Fieber über 39 Grad Celsius auftreten. Auch eine chronische, das heißt, länger als zwei Wochen bestehende, Rhinitis sollte vom Arzt abgeklärt werden. Denn möglicherweise handelt es sich um einen allergischen Schnupfen, der nach der Diagnose in Eigenregie behandelt werden kann. Auch Säuglinge mit Schnupfen sollten dem Kinderarzt vorgestellt werden.

Wussten Sie, dass ...

  • Sie Ihre Kunden dabei unterstützen können, von ihrer Nasenspray-Abhängigkeit loszukommen?
  • eine erfolgversprechende Methode die schrittweise Reduktion der Dosis ist, beispielsweise, indem das Spray nur noch zur Nacht angewendet wird?
  • alternativ das abschwellende Spray durch ein Kinder-Nasenspray mit halbem Wirkstoffgehalt ersetzt werden kann?
  • eine weitere Option das schrittweise Entwöhnen erst des einen, dann des anderen Nasenlochs ist?
  • tagsüber ein Spray mit hypertoner Salzlösung empfohlen werden kann, das leicht abschwellend wirkt?

Artikel teilen

Kommentare (0)

Kommentar schreiben

Die Meinung und Diskussion unserer Nutzer ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie im Sinne einer angenehmen Kommunikation auf unsere Netiquette und Nutzungsbedingungen. Vielen Dank!

* Pflichtfeld

Apotheke und Marketing

APOTHEKE + MARKETING wendet sich an das Fachpersonal in der öffentlichen Apotheke, wobei das Magazin und die Webseite insbesondere auf das berufliche Informationsbedürfnis des Apothekers eingeht.

www.apotheke-und-marketing.de

Springer Medizin

Springermedizin.de ist das Fortbildungs- und Informationsportal für Ärzte und Gesundheitsberufe, das für Qualität, Aktualität und gesichertes Wissen steht. Das umfangreiche CME-Angebot und die gezielte Berichterstattung für alle Fachgebiete unterstützen den Arbeitsalltag.

www.springermedizin.de

Newsletter

Mit unserem Newsletter erhalten Sie Fachinformationen künftig frei Haus – wöchentlich und kostenlos.