29.06.2019

Schüßler-Salze: Für die Haut

von Margit Müller-Frahling

Die Biochemie nach Dr. Schüßler erfreut sich großer Beliebtheit. Üblicherweise werden die Tabletten über die Mund- und Rachenschleimhaut aufgenommen. Die zusätzliche äußere Anwendung bringt schnelle und wirksame Hilfe.

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  • Die Schüßler-Salze unterstützen einen gesunden Mineralstoffhaushalt und somit Aufbau, Erhalt und Elastizität der Haut. Die innere Anwendung kann mit der äußeren optimiert werden.
  • Die äußere Anwendung der Schüßler-Salze bringt schnelle und wirksame Hilfe. Je akuter die zu behandelnde Beschwerde, umso hydrophiler sollte die Art der Anwendung sein.
  • Für die praktische längere Anwendung können die biochemischen Cremes, Salben und Lotionen genutzt werden. Sie werden zusätzlich zur Kosmetik angewendet, ersetzen diese aber nicht.

Mineralstoffe nach Dr. Schüßler werden eingenommen. Aber auch ihre äußerliche Anwendung ist möglich. Funktioniert das auch? Werden die Mineralstoffe nach Dr. Schüßler innerlich gegeben, setzt der Organismus die Mineralstoffmoleküle zunächst dort ein, wo der größte Bedarf ist.

Werden die Schüßler-Salze äußerlich über die Haut zugeführt, helfen sie an Ort und Stelle. Ein gutes Beispiel hierfür ist die übermäßige Hornhautbildung, die kosmetisch störend ist oder sogar belastend wird, wenn es bereits zu Einrissen gekommen ist. Das notwendige Schüßler-Salz ist in diesem Fall Nr. 1 Calcium fluoratum. Die betroffene Person beginnt nun, Nr. 1 Calcium fluoratum einzunehmen, um die gewünschte Regulierung zu erzielen.

Es kann jedoch sein, dass im Organismus auch weitere Funktionsbereiche von Calcium fluoratum nicht mehr ausreichend versorgt werden. Hierzu gehört zum Beispiel die Elastizität der Aderwände und Bänder. Je nach innerer Verfassung lässt der sichtbare Erfolg dann auf sich warten.

Die äußere Anwendung von Nr. 1 Calcium fluoratum führt hingegen mit höherer Wahrscheinlichkeit zu sichtbaren Ergebnissen.

Auswirkungen von Mineralstoffmangel

Mineralstoff

Störung bei Mangel

Calcium

Schuppen, Falten, Trockenheit

Eisen

Nervenschäden, Energiemangel

Kalium

Trockenheit, Verklebungen

Magnesium

Störungen der Reizweiterleitung, Energiemangel

Natrium

Pickel, Ödeme, Rötungen, Mitesser

Innere Anwendung

Mangelt es der Haut an den notwendigen Mineralien, so wirkt sie beispielsweise grau, heilt schlecht, neigt zu Ausschlag, Ekzemen und Unreinheit. Mineralstoffe müssen in der notwendigen Quantität über die Nahrung aufgenommen werden. Sie sind an vielen Prozessen im Körper beteiligt, zum Beispiel am Aufbau, dem Erhalt der Haut und sorgen auch dafür, dass deren Elastizität erhalten bleibt. Darüber hinaus sind sie beteiligt an der Regulation des pH-Wertes der Haut, am Fett- und Säure-Basen-Stoffwechsel (Säurepuffer). Sie steuern die Zelldurchlässigkeit und damit den Stoffwechsel der Zellen und sind die Basis eines ausgewogenen Flüssigkeitshaushalts. Im Falle eines Mangels treten Störungen auf.

Allerdings können schon geringe Defizite oder Verschiebungen im Mineralstoffhaushalt zu Störungen und Zeichen (auf) der Haut führen. Hier setzen die Schüßler-Salze an.

Hautbild verbessern

Nicht nur in der Kosmetik, auch in der Biochemie nach Dr. Schüßler werden Abweichungen von einem normalen Hautbild genau wahrgenommen und unterschiedlich versorgt. Eine normale Haut ist gut befeuchtet und so gefettet, dass kein Fettglanz sichtbar wird. Sie fühlt sich samtig und weich an und ist straff. Diesen idealen Zustand weisen die wenigsten Menschen auf. Meist finden sich Abweichungen, die gleichzeitig als Hinweis auf den Bedarf an (spezifischen) Schüßler-Salzen gesehen werden:

Fettige Haut-- Die Haut zeigt einen Fettglanz, oft sind die Poren erweitert oder sogar mit Talg verstopft (Mitesser), neigt zu Pickeln. Das Hauptmittel ist Nr. 9 Natrium phosphoricum.

Trockene Haut-- Die Haut ist empfindlich und neigt zu Rötungen, fühlt sich rau an. Das Hauptmittel ist Nr. 8 Natrium chloratum.

Mischhaut-- Die T-Zone (Nase, Stirn, mittlerer Gesichtsbereich) erscheint fettig, die anderen Gesichtspartien eher trocken. Die Hauptmittel sind Nr. 8 Natrium chloratum und Nr. 9 Natrium phosphoricum.

Fettarme Haut-- Diese Haut verlangt nach einer Pflege mit einer reichhaltigen, fetten Creme. Sie zeigt ein chronisches Defizit an Nr. 9 Natrium phosphoricum an. Im Unterschied zu einer trockenen, feuchtigkeitsarmen Haut, die die fette Creme nicht aufnimmt.

Schuppige Haut-- In der obersten Schicht der Haut wird der Harnstoff unzureichend gebunden. Weiße, trockene Schuppen zeigen den Bedarf an Nr. 1 Calcium fluoratum und Nr. 8 Natrium chloratum. Gelbliche Abschuppungen auf klebrigem Untergrund zeigen den Bedarf an Nr. 6 Kalium sulfuricum an.

Faltige Haut-- Das Bindegewebe schrumpft, und die oberste Hautschicht bildet Falten. Das Hauptmittel ist Nr. 11 Silicea. Wenn sich über der Oberlippe steile Falten bilden, gilt dies in der Biochemie als Hinweis auf das Erweiterungsmittel Nr. 21 Zincum chloratum.

Empfindliche Haut-- Die Haut reagiert mit Rötungen auf rauere Kleidung oder beispielsweise Wetterwechsel. Die Hauptmittel sind Nr. 1 Calcium fluoratum, Nr. 3 Ferrum phosphoricum, Nr. 5 Kalium phosphoricum.

Noch was ...

  • Zur Vorbereitung der Haut auf den Einfluss der Sonnenstrahlung und als Begleitung während der strahlungsintensiven Sommermonate kann die biochemische Creme Nr. 6 angewendet.
  • Für die innere Anwendung empfiehlt sich eine Kombination der Schüßler-Salze Nr. 3 (D12), Nr. 6 (D 6), Nr. 8 (D 6) und Nr. 10 (D 6).
  • Pro Tag werden je sieben Tabletten genommen, von Nr. 10 sieben bis zehn.

Äusserliche Anwendung

Der äußere Einsatz der Mineralstoffe nach Dr. Schüßler ist einfach und gleichzeitig sehr vielseitig. Diese Art der Anwendung wirkt auf den gesamten Organismus und kann sinnvoll sein, wenn die Einnahme nicht möglich scheint oder abgelehnt wird. Je hydrophiler die Grundlage, desto rascher die Wirkung. Bei akutem Bedarf können die Tabletten oder das Pulver (1 g = 4 Tbl. ) in Wasser gelöst angewendet werden.

Mineralstoffbad

Für ein Bad mit Schüßler-Salzen sollte die Temperatur leicht unter Körpertemperatur (nicht über 37 °C) liegen, damit die Haut die Mineralstoffmoleküle aufnehmen kann. Die Badedauer beträgt zehn bis 15 Minuten. Bei Vollbädern werden circa zwölf bis 20 Tabletten des jeweiligen Schüßler-Salzes genommen.

Breiauflagen

Sie sind empfehlenswert im akuten Fall, zum Beispiel bei Insektenstichen (Nr. 2, Nr. 8) oder Brandwunden (Nr. 3, Nr. 8). Die gewählten Salze werden mit Wasser zu einem Brei angerührt. Die Menge hängt von der Größe der Fläche ab. Der Brei wird auf die betreffenden Hautstellen aufgetragen und mit einer Frischhaltefolie abgedeckt. So bleibt das feuchte Klima erhalten. Die Mineralstoffmoleküle lösen sich im Wasser und können von der Haut aufgenommen werden.

Kompressen

Sie eignen sich für Augen, Gesicht und Nacken. Dazu werden Tücher, Tupfer, Wattepads mit den aufgelösten Mineralstoffen (Tabletten, Pulver) getränkt und bis zu 15 Minuten aufgelegt.

Biochemische Topika

Für die praktische Anwendung stehen biochemische Cremes, Salben (Nr. 1 – Nr. 12) und Lotionen (Nr. 1, Nr. 7, Nr. 11) zur Verfügung. Sie haben einen pflegenden, rückfettenden Charakter und eignen sich sehr gut für die Mitnahme auf Reisen. Die Cremes ziehen schnell ein und können zusätzlich zur Kosmetik genutzt werden. Für die großflächige Anwendung werden die biochemischen Lotionen genutzt. Die biochemische Lotion Nr. 7 kann beispielsweise bei Muskelverspannungen, Schlafstörungen und allgemein bei Energiemangel genutzt werden.


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