31.12.2018

Serie Homöopathie kinderleicht: Erkältung

von Sylvia Dauborn und Petra Schicketanz

Rezidivierende Erkältungen sind bei Kindern keine Seltenheit. Ihr Umfeld in Kindergarten oder Schule bietet einfach zu viele Ansteckungsmöglichkeiten. Die homöopathische Therapie ist symptomorientiert.

© zlikovec / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell(en))

Originalartikel als PDF

Selbst bei einer stabilen Abwehrlage rollen in den ersten Kindergartenjahren regelmäßige Erregerwellen über die Kleinen hinweg, die zu viralen oder bakteriellen Infektionen führen. Das ist ganz normal und macht, sofern die Krankheit jeweils vollständig ausheilen kann, keine Probleme, sondern trainiert vielmehr das Immunsystem.

Unterschwellige Infektionen mit opportunistischen Erregern können Neuinfekte mit Erkältungsauslösern anbahnen. Zu diesen Erregern gehören Herpesviren (Herpes simplex, Varizella zoster, Epstein-Barr) und Pilze wie Candida albicans. Bei letzteren kann es zu einem Teufelskreis kommen, da sich die Candida-Pilze häufig nach einer Schädigung der Darmflora durch eine Antibiotika-Behandlung in der Mundhöhle oder dem Darm übermäßig vermehren. Damit verändern sie die natürliche Zusammensetzung des Darm-Mikrobioms. Das begünstigt Infektionen, bei denen wiederum Antibiotika gegeben werden. In einem solchen Fall wäre eine Grundsanierung des Darmmilieus angezeigt.

Eine angeborene Abwehrschwäche oder Immunsuppression durch eine noch unerkannte Erkrankung wie Leukämie treten zum Glück selten auf. Häufige und zum Teil vermeidbare Ursachen einer verminderten Immunabwehr sind dagegen Passivrauchen, Ernährungsfehler und Umweltgifte.

Serie: Homöopathie kinderleicht

01/2019 Erkältung
02/2019 Läuse
03/2019 Übergewicht
04/2019 Heuschnupfen
05/2019 Migräne/Kopfschmerzen
06/2019 Zahnprobleme
07/2019 Schäden durch Drogen/Lärm
08/2019 Schlafstörungen
09/2019 Aggressionen
10/2019 Polypen
11/2019 Zahnfehlstellungen
12/2019 Flöhe

In der Praxis

Bei einem akuten Infekt steht dessen symptomorientierte Behandlung im Vordergrund. Entsprechende Mittel dafür sind unter anderem Aconitum, Allium cepa, Belladonna, Dulcamara, Ferrum phosphoricum, Gelsemium, Nux vomica und Silicea. Sie wurden bereits mehrfach im Rahmen der Serie beschrieben, beispielsweise in den Beiträgen über Schnupfen, Fieber und Ohrenschmerzen (alle Beiträge im Archiv unter www.das-pta-magazin.de). Weitere Akutmittel sind zum Beispiel Arsenicum album (Schwäche, verstopfte Nase, wundmachende Absonderungen), Euphrasia (ätzender Tränenfluss, lichtempfindlich, Schleimabhusten unter Brechreiz) und Pulsatilla (Nase fühlt sich immer verstopft an, morgens gehen große Mengen Schleim ab, kein Geschmack oder Geruch).

Sobald der Infekt abklingt, ist eine Stärkung des Immunsystems angezeigt. Dazu werden die jeweiligen Mittel in der Potenz D6 in Wasser aufgelöst und schluckweise getrunken oder jeweils fünf Globuli dreimal täglich unter die Zunge gelegt. Die Behandlung sollte maximal für drei Wochen angesetzt werden.

Echinacea-- Der Schmalblättrige Sonnenhut (Echinacea angustifolia) gilt in der Homöopathie als Mittel der Wahl zur Abwehrsteigerung. Ständige Müdigkeit, geschwollene Lymphknoten und rezidivierende Erkrankungen sind typische Hinweise. Darüber hinaus zeigt das betroffene Kind eine auffällige Schwäche von Körper und Geist. Nach Anstrengung und direkt nach dem Essen verschlimmern sich die Symptome.

Okoubaka-- Der Okoubakabaum (Okoubaka aubrevillei) findet erst in der neueren Zeit Verwendung in der Homöopathie. Die Rinde des westafrikanischen Sandelholzgewächses wird homöopathisch vor allem bei Magen-Darm-Beschwerden und Vergiftungen eingesetzt. Sie soll aber auch gute Wirkung bei geschwächtem Immunsystem zeigen, was plausibel erscheint, da im Verdauungstrakt wichtige Immunprozesse stattfinden. Das Mittel passt bei Kindern mit auffälliger Rachen- und Mandelentzündung sowie bei Husten und Atemnot. Der Herzschlag ist beschleunigt. Geistige Arbeit wie Lernen verschlimmert die Symptome.

Thuja-- Der Lebensbaum, Thuja occidentalis, ist angezeigt, wenn sich die Infekthäufung nach Impfungen eingestellt hat. Die Kinder schwitzen auffallend an unbedeckten Körperstellen. Der Schweiß riecht süßlich. Bettwärme, kalte, feuchte Luft und fettes Essen verschlimmern die Krankheitsbeschwerden wie lang anhaltende Heiserkeit, chronische Sinusitis oder Otitis (mit knackenden Ohrgeräuschen beim Schlucken).

Wichtig-- Empfehlen Sie Ihren Kunden, mit infektkranken Kindern wichtige Hygieneregeln einzuüben, wie das Niesen in die Ellenbeuge, Vermeiden von gegenseitigem Anhusten oder Anniesen, regelmäßiges Händewaschen und die richtige Verwendung und Entsorgung von Papiertaschentüchern.


Artikel teilen

Kommentare (0)

Kommentar schreiben

Die Meinung und Diskussion unserer Nutzer ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie im Sinne einer angenehmen Kommunikation auf unsere Netiquette und Nutzungsbedingungen. Vielen Dank!

* Pflichtfeld

Apotheke und Marketing

APOTHEKE + MARKETING wendet sich an das Fachpersonal in der öffentlichen Apotheke, wobei das Magazin und die Webseite insbesondere auf das berufliche Informationsbedürfnis des Apothekers eingeht.

www.apotheke-und-marketing.de

Springer Medizin

Springermedizin.de ist das Fortbildungs- und Informationsportal für Ärzte und Gesundheitsberufe, das für Qualität, Aktualität und gesichertes Wissen steht. Das umfangreiche CME-Angebot und die gezielte Berichterstattung für alle Fachgebiete unterstützen den Arbeitsalltag.

www.springermedizin.de

Newsletter

Mit unserem Newsletter erhalten Sie Fachinformationen künftig frei Haus – wöchentlich und kostenlos.