30.08.2018

Serie Homöopathie kinderleicht: Zahnen tut weh

von Sylvia Dauborn und Petra Schicketanz

Zahnen ist ein wichtiger, wenn auch schmerzhafter, Abschnitt in der Entwicklung des Babys. Denn damit setzt es ein sichtbares Zeichen, dass langsam die Ernährung auf feste Kost umgestellt werden kann.

© Ramona Heim / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)

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Zahnen geht nicht nach Zeitplan. Auch wenn die meisten Babys um den sechsten Lebensmonat damit beginnen, können andere deutlich früher mit den ersten Zähnchen loslegen. Der Zahndurchbruch geht mit heftiger Speichelentwicklung einher. Bakterizide und zahnschmelzhärtende Substanzen aus dem Speichel sorgen sozusagen in einem Aufwasch für eine gesunde Entwicklung des Zahns. Dennoch können Beschwerden auftreten wie Schmerzen, Unruhe, Schlafstörungen und schlechte Stimmung. Gleichzeitig stellt sich der Darm mit Entwicklung der Darmflora und einer erhöhten Produktion von Verdauungssäften auf die neue Kost ein. Das verläuft nicht immer reibungslos und macht sich mit Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und wundem Po bemerkbar. Fieber und eine erhöhte Infektneigung lassen sich in dieser Phase immer wieder beobachten.

Mit etwa drei Jahren ist das Milchgebiss vollständig. Doch die Ruhephase dauert nur kurz, denn mit dem sechsten Lebensjahr geht die Geschichte in die zweite Runde, wenn Stück für Stück Milchzähne gegen das bleibende Gebiss ausgetauscht werden und weitere Backenzähne hinzukommen. In diesem zweiten Durchlauf reifen Darmflora und Immunsystem vollständig aus, was ähnliche Anpassungsvorgänge erfordert und mit Bauch- und Kopfschmerzen, Übelkeit und gelegentlichem Fieber oder Ausschlägen einhergehen kann. Glücklicherweise kann das Kind seine Beschwerden nun artikulieren, was die typen- und symptomorientierte Auswahl passender Homöopathika erleichtert.

TIPP!

Die Zungenspitze ist eine Reflexzone für das Herz. Feuerrot gefärbt ist sie ein starkes Zeichen für Phytolacca. Allerdings sollten dann die Rachenmandeln vom Kinderarzt im Hinblick auf eine Streptokokkeninfektion begutachtet werden, da diese das Herz schädigen kann.

In der Praxis

Von den folgenden Mitteln können bei entsprechenden Beschwerden dreimal täglich fünf Globuli in der Potenz D6 verabreicht werden. Vorzugsweise werden sie hierfür in Wasser aufgelöst und schluckweise getrunken. Man kann mit diesem Wasser auch ein Beißläppchen tränken, mit dessen Hilfe das Mittel über die Mundschleimhaut aufgenommen wird. Sind die Beschwerden hoch akut, ist die Potenz C30 zu empfehlen. Davon werden drei Globuli in Wasser aufgelöst und schluckweise in stündlichem Abstand gegeben.

Borax-- Natriumtetraborat ist ein Schleimhautmittel und Mittel der Wahl, wenn das Kind wegen des stark geschwollenen Zahnfleisches nicht schlafen kann. Auf der Mundschleimhaut sind kleine, schlecht riechende Veränderungen zu sehen.

Calcium carbonicum-- Das Mittel ist angezeigt, wenn das Kind langsam zahnt und dabei unter Krämpfen und säuerlichem, grünlich spritzendem Durchfall leidet.

Chamomilla-- Kamille ist eins der wichtigsten Zahnungsmittel, da es sowohl die Schleimhäute als auch das vor Schmerzen aufgebrachte Kind beruhigt. Die Durchfälle sind ebenfalls grünlich wie bei Calcium carbonicum, riechen aber nach faulen Eiern.

Nux vomica-- Die Brechnuss hilft bei Beschwerden mit saurem Mundgeruch und geschwollenem Zahnfleisch, insbesondere, wenn sich das Kind unter den Symptomen zu einem kleinen Tyrannen entwickelt, der die ganze Familie auf Trab hält.

Phytolacca-- Das Mittel aus der Kermesbeere hilft ebenfalls, wenn beim Zahnen Durchfall und Erbrechen zum Bild gehören. Typischerweise ist die Speichelbildung stark, aber zäh und fadenziehend. Sofern schon vorhanden, knirscht das Kind mit den Zähnchen.

Podophyllum-- Der Maiapfel passt als vor allem alsMittel, wenn das Kind über Kopfschmerzen klagt und reichliche Durchfälle hat mit üblem, fauligem Geruch.

Sulfur-- Sind Haut von Lippen, Augen und Nase sowie die Schleimhäute wund und entzündet, passt Schwefel, insbesondere bei scharf riechenden Durchfällen, die zu wunder Haut am Po führen, begleitet von Fieber.

Serie: Homöopathie kinderleicht

01_18: Gelbsucht 
02_18: Schnupfen 
03_18: Windpocken 
04_18: Nesselsucht 
05_18: Durchfall 
06_18: Eifersucht 
07_18: Masern 
08_18: Magen/Darm
09_18: Zähne 
10_18: Fieber 
11_18: Ohrenschmerzen 
12_18: Augenentzündung


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