Asiatische Tigermücke: Tagaktiv und stechfreudig

Der globalisierte Waren- und Reiseverkehr sowie die Erderwärmung helfen der Tigermücke, in Europa Fuß zu fassen. Damit steigt das potenzielle Risiko, sich mit einer Tropenkrankheit zu infizieren.

von Kirsten Bechtold
29.05.2026

Asiatische Tigermücke
© Foto: smuay, stock.adobe.com
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Die asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) ist ursprünglich heimisch in Südostasien. Sie ist gut erkennbar an ihrem schwarz-weiß gefärbten Köper, den fünf weißen Streifen an den Hinterbeinen, wobei das letzte Beinglied weiß ist, und einem weißen Streifen auf dem Kopf und Rücken.

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Im Unterschied zu den die Malaria übertragenden Anophelesmücken ist die asiatische Tigermücke tagaktiv. Die Weibchen sind sehr stechfreudig und fliegen für die Blutmahlzeit ihre Opfer direkt an. Mit dem Stich kann eine infizierte Mücke Krankheitserreger übertragen, darunter das Dengue-, Zika- und Chikungunya-Virus.

Auf dem Weg nach Europa

Im europäischen Raum wurde die asiatische Tigermücke 1979 das erste Mal entdeckt und zwar in Albanien. Über den Mittelmeerraum breitet sie sich seitdem nach Norden aus. Laut dem Hessischen Landesamt für Gesundheit und Pflege erfolgte der erste Nachweis in Deutschland 2007 auf einem Autobahnparkplatz nahe der deutsch-schweizerischen Grenze. Inzwischen hat sich die Tigermücke bereits in 16 europäischen Ländern etabliert. Auch in Deutschland wurde sie in mehreren Bundesländern nachgewiesen.

Zwar halten sich die Erkrankungsraten in Europa derzeit noch in Grenzen. Doch laut dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten in Europa gab es 2025 bereits so viele Infektionsfälle mit dem Chikungunya-Virus wie noch nie. Auch Fälle von lokal erworbenen Dengue-Infektionen werden inzwischen etwa aus Frankreich und Italien gemeldet. Nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts kann mit möglichen einzelnen, nicht eingeschleppten, sondern lokal auftretenden Chikungunya-Virus- und Dengue-Infektionen in diesem Sommer in Deutschland gerechnet werden.

Virenübertragung

Eine direkte Übertragung der Viren von Mensch zu Mensch durch alltäglichen Kontakt ist ausgeschlossen. Ausnahmen bilden jedoch Bluttransfusionen, die Übertragung im Mutterleib oder – speziell beim Zika-Virus – der sexuelle Übertragungsweg.

Wird eine infizierte Person von einer Aedes-Mücke gestochen, kann diese das Virus aufnehmen. Sticht sie dann einen gesunden Menschen, gibt sie das Virus an ihn weiter.

Chikungunya-- Typische Symptome sind Fieber, starke Gelenk- und Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit und Hautausschlag. Sie treten in aller Regel nach drei bis sieben Tagen auf und heilen meist binnen weniger Tage aus. In manchen Fällen halten die Gelenkschmerzen jedoch Wochen, Monate oder sogar Jahre an. Tödlich ist Chikungunya nur selten. Nach einer überstandenen Chikungunya-Infektion ist man nach derzeitigem Kenntnisstand lebenslang immun. Es gibt inzwischen einen Impfstoff (Ixchiq, Rx).

Dengue-- Beim Dengue-Fieber verläuft bei den meisten die Erstinfektion ohne Symptome. Treten doch welche auf, sind es in der Regel ein an Masern erinnernder Hautausschlag, Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Schmerzen hinter der Augenhöhle und manchmal auch Erbrechen. Auch hier gibt es einen Impfstoff (Qdenga, Rx).

Zika-- Die meisten Zika-Virusinfektionen verlaufen symptomlos. Möglich sind Hautausschlag, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen, Bindehautentzündung und Fieber. In der Schwangerschaft können sie jedoch zu Fehlbildungen beim Fötus führen. Es gibt weder einen Impfstoff noch Medikamente, mit dem sich Zikavirus-Infektionen vermeiden oder behandeln lassen.

Wassertränke

Tigermückenweibchen nutzen Kleinstwasserstellen zur Eiablage. Im Garten sollten solche Behälter entfernt, umgedreht oder abgedeckt werden.
© Foto: GiovanniSeabra, Getty Images

Vor Mückenstichen schützen

Wer in die Tropen oder Subtropen reist, sollte sich konsequent vor Mückenstichen schützen: durch Repellenzien – auch tagsüber – und das Bedecken von Armen und Beinen mit langer Kleidung. Auch nach der Rückkehr ist Mückenschutz für etwa zwei Wochen ratsam, sofern sich Reisende in Regionen aufgehalten haben, in denen es zu Fällen von Dengue-Fieber oder anderen, durch die Aedes-Mücken übertragbaren, Virusinfektionen gekommen ist. Nur so lässt sich dem Centrum für Reisemedizin zufolge verhindern, dass hierzulande bereits etablierte Tigermücken das Virus aufnehmen und weiterverbreiten.

Ausbreitung eindämmen

Ein Tigermückenweibchen legt 40 bis 90 Eier pro Zyklus und verteilt sie auf verschiedene Wasserstellen. Im städtischen Bereich nutzen sie dazu vor allem Regentonnen, Vogeltränken, Gießkannen, verstopfte Dachrinnen oder Autoreifen, in denen sich Restwasser sammelt. Die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH rät daher dazu, kleine Wasserstellen einmal pro Woche zu entleeren, Gegenstände, in denen sich Wasser sammeln kann, umzudrehen oder unter einem Dach zu lagern sowie Regentonnen abzudecken und Dachrinnen sauber zu halten.

Da Tigermückeneier den Winter überleben können, ist es zudem wichtig, alle Behälter, in denen sich zuvor Wasser sammeln konnte (Blumentopfuntersetzer, Vogeltränken, Gießkannen etc.). im Herbst gründlich zu reinigen und anschließend trocken zu lagern. Denn die Eier kleben am Rand der Behälter. 

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