Die Rezepturfrage: Was ist Natriumbenzoat/Benzoesäure?
Die Antwort
Natriumbenzoat (syn.: Sodium Benzoate) ist das Salz der Benzoesäure. Beide Stoffe werden zur Konservierung von Dermatika, Rektalia, Vaginalia, Oralia, Mund- und Rachentherapeutika eingesetzt. Als E 211 ist Natriumbenzoat als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen und dient zum Haltbarmachen von Limonaden, Ketchup, Mayonnaise, sauren Gurken oder Marmeladen. Wie bei der Kombination Kaliumsorbat/Sorbinsäure auch, wirkt nur die Benzoesäure ausreichend antimikrobiell.
Da Natriumbenzoat im Gegensatz zu Benzoesäure sehr gut wasserlöslich ist, wird meist auf das Salz zurückgegriffen und die konservierend wirkende Benzoesäure in der zu mischenden Rezeptur durch Ansäuern freigesetzt. Das NRF sieht dafür Citronensäure vor, und zwar im Verhältnis von zwei Teilen Natriumbenzoat und einem Teil Citronensäure (2:1). Damit Natriumbenzoat/Benzoesäure ihre antimikrobielle Wirkung gegen Schimmelpilze, Hefen und Bakterien entfalten können, muss der pH-Wert der fertigen Rezeptur im Sauren liegen (≤ 5). Benzoesäure und Natriumbenzoat werden in einer Konzentration von 0,1 bis 0,5 Prozent beziehungsweise 0,15 bis ein Prozent eingesetzt.
Natürlich kommt Benzoesäure in Johannis-, Him-, Preisel- Moos- und Heidelbeeren vor sowie in Gewürznelken und Honig. Geschmacklich macht sie sich durch einen scharf-kratzenden Geschmack bemerkbar.
Rat der Expertin
Wenn Sie das Salz zur Konservierung von Dermatika und Oralia einsetzen, lösen Sie es zunächst in der wässrigen Phase der Rezeptur und fügen dann die anderen Ausgangsstoffe hinzu. Achten Sie auf einen pH-Wert von 3,5 bis 5,5 in der fertigen Rezeptur. Denn nur in diesem Milieu wandelt sich Natriumbenzoat in die antimikrobiell wirksame Benzoesäure um.
Wichtig ist auch, dass Natriumbenzoat nicht mit Eisen- oder Schwermetallsalzen in Kontakt kommt. Dabei können sich schwer lösliche Niederschläge bilden, was die konservierenden Eigenschaften beeinträchtigt. Bei Individualrezepturen für Kinder unter zwei Jahren ist zu berücksichtigen, dass sie Benzoesäure aufgrund unausgereifter Enzymaktivitäten nicht vollständig abbauen, sodass diese kumulieren und das zentrale Nervensystem schädigen kann.
Alternativ können Sie zum Konservieren pädiatrischer Zubereitungen Kaliumsorbat/Sorbinsäure verwenden. Bei höheren pH-Werten bietet sich Methyl-4-hydroxybenzoat an. Zu erwägen ist auch, ob Sie ganz auf eine Konservierung verzichten können. Voraussetzung dafür ist, dass sich die Aufbrauchsfrist verkürzen lässt und eine Lagerung im Kühlschrank möglich ist.
Sarah Siegler ist PTA und Mitglied im PTA Beirat von DAS PTA MAGAZIN. Als Rezepturprofi unterzieht sie die in der Serie Rezeptur vorgestellten Rezepturen dem Praxistest. Hier gibt sie Tipps zu häufig verwendeten Ausgangsstoffen.