Grippaler Infekt: Für jeden etwas

Erkältungsbeschwerden sind vielfältig; ebenso die Bedürfnisse der Kunden in der Apotheke. Eine gezielte Beratung hilft, bei der großen Auswahl an Präparaten die passende Empfehlung zu finden.

von Julia Pflegel
30.01.2026

Mann mit verschnupfter Nase und Taschentuch
© Foto: [M] glegorly, Getty Images/iStockphoto
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Kaum eine Erkrankung zeigt sich so facettenreich wie der grippale Infekt. Entsprechend unterschiedlich sind auch die Probleme der Menschen, die mit Erkältungsbeschwerden in die Apotheke kommen: der Mann mit pochenden Kopfschmerzen, die Frau mit verstopfter Nase oder die Mutter mit ihrem fiebrigen Kind. Für jede dieser Situationen hält das Apothekensortiment geeignete Lösungen bereit.

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Zwar gilt für die Erkältung der bekannte Ausspruch, dass sie mit Medikamenten sieben Tage dauert und ohne eine Woche. Trotzdem haben zahlreiche Arzneimittel und zunehmend auch Medizinprodukte ihre Daseinsberechtigung. Abschwellende Nasensprays, Schmerzmittel, Salzlösungen, pflanzliche Präparate oder Homöopathika können dazu beitragen, Symptome wie eine verstopfte Nase, Halskratzen, Husten oder mögliche Komplikationen wie Sinusitis oder Bronchitis zu lindern und damit die Lebensqualität der Betroffenen deutlich zu verbessern. Oft gehen mit der Erkältung ein ausgeprägtes Müdigkeitsgefühl sowie Kopf- und Gliederschmerzen einher.

Im Unterschied zur Influenza setzt das Krankheitsgefühl bei einer Erkältung langsamer ein. Während sich eine Virusgrippe meist abrupt und sehr heftig bemerkbar macht, entwickelt sich die Erkältung schleichend über mehrere Tage, erreicht ihren Höhepunkt meist zwischen dem dritten und fünften Tag und klingt innerhalb etwa einer Woche wieder ab.

Individuelle Beratung

Ein Blick in die Sicht- und Freiwahl einer Apotheke in der kalten Jahreszeit verdeutlicht schnell, wie groß die Auswahl an Erkältungspräparaten ist. Hustenstiller stehen neben schleimlösenden Mitteln, Erkältungssalben neben Inhalationsstiften. Im Bereich der Nasalia reicht das Angebot von chemisch-synthetischen, abschwellenden Sprays, Tropfen und Salben bis hin zu isotonischen oder hypertonischen Salzlösungen. Auch homöopathische Arzneimittel gehören längst zum festen Bestandteil des Sortiments.

Ergänzt wird das Angebot durch ganzheitlich orientierte Präparate, etwa aus der Anthroposophie, die teilweise bereits für Säuglinge geeignet sind. Wer möglichst schnell wieder leistungsfähig sein möchte, greift häufig zu Kombinationspräparaten. Und auch Kunden, die präventiv etwas für ihr Immunsystem tun wollen, finden in der Apotheke passende Präparate.

Angesichts dieser Vielfalt fällt die Auswahl nicht immer leicht. Besonders trifft das auf unentschlossene Kunden zu. Umso wichtiger ist eine individuelle Beratung. Die folgenden Kundenbeispiele zeigen, wie unterschiedlich die Bedürfnisse sein können.

Der besorgte Vater

Herr Osten ist Vater einer dreijährigen Tochter und sehr bedacht, wenn es um deren Gesundheit geht. Nun hat die Kleine einen leichten Husten. Der Vater wünscht sich eine möglichst „sanfte“ Behandlung.

Die PTA erkundigt sich nach Dauer und Begleitsymptomen und erfährt, dass der Husten erst seit einem Tag auftritt und kein Fieber vorliegt. Sie empfiehlt einen pflanzlichen Hustensaft mit Efeuextrakt, der altersgerecht dosiert wird. Zusätzlich rät sie zu einem Erkältungsbalsam mit ätherischen Ölen, der abends auf Brust oder Rücken aufgetragen wird. Durch die Körperwärme können die Öle ihre Wirkung entfalten.

Der ignorante Großvater

Herr Müller wollte seine Erkältung zunächst ignorieren, doch die zunehmenden Beschwerden lassen ihm keine Wahl. Auf Drängen seiner Enkelin sucht er schließlich die Apotheke auf. In einem Beratungsgespräch klärt die PTA systematisch die Symptome ab: leichtes Fieber seit zwei Tagen, Kopfschmerzen (insbesondere beim Bücken), eine behinderte Nasenatmung sowie Hustenreiz. Zudem leidet Herr Müller gelegentlich unter Sodbrennen, wogegen er bei Bedarf ein Antazidum einnimmt.

Aufgrund der Kopfschmerzen in Verbindung mit Druckgefühl im Stirnbereich vermutet die PTA eine beginnende Sinusitis. Sie empfiehlt ein hochdosiertes pflanzliches Arzneimittel zur Behandlung akuter, unkomplizierter Nasennebenhöhlenentzündungen. Ergänzend rät sie zu abschwellenden Nasentropfen für einen begrenzten Zeitraum sowie zu befeuchtenden Lutschpastillen gegen den Hustenreiz. Wichtig ist dabei der zeitliche Abstand zwischen Antazidum und Phytopharmakon. Zusätzlich empfiehlt sie bei anhaltenden Magenbeschwerden einen Arztbesuch – und legt selbstverständlich noch eine Packung Taschentücher dazu.

Die gestresste Studentin

Sabine Meyer steht kurz vor ihrem ersten Staatsexamen. Stress, wenig Bewegung und unregelmäßige Ernährung bestimmen ihren Alltag. Noch ist sie gesund, möchte aber einer Erkältung vorbeugen und ihr Immunsystem unterstützen.

Nach einem Gespräch über ihre Lebensgewohnheiten stellt die PTA verschiedene Präparate mit immunstimulierender Wirkung vor. Aufgrund positiver Vorerfahrungen entscheidet sich die Studentin für ein Zinkpräparat. Sie weiß, dass sie dieses gleich zu Beginn eines Infekts nehmen muss, damit es wirkt. Zusätzlich nimmt sie ein Nasenspray mit, das die Nasenschleimhaut mit einem Schutzfilm überzieht. Dieser Effekt soll vor dem Eindringen von Erkältungsviren schützen.

Die interessierte Großmutter

Frau Göken ist leidenschaftliche Großmutter und interessiert sich seit Jahren für alternative Heilmethoden, die sie gern ihren zahlreichen Enkeln empfiehlt. Derzeit beschäftigt sie sich intensiv mit Homöopathie und möchte ihre Hausapotheke durch geeignete Erkältungsmittel ergänzen. Aus fachlicher Sicht bieten sich hierfür verschiedene homöopathische Präparate zur Unterstützung der körpereigenen Abwehr sowie zur frühen Behandlung beginnender Erkältungssymptome an. Ergänzend können pflanzliche Arzneimittel mit gut belegter Verträglichkeit sinnvoll sein, um bei Bedarf gezielt auf typische Beschwerden wie Halskratzen, Schnupfen oder allgemeines Unwohlsein reagieren zu können.¬

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